LIS AG erweitert
Die Fernsteuerung im Lkw

Greven -

Das Geschäft der LIS AG mit Logistik-Software wächst kontinuierlich. Darum will das Unternehmen jetzt am Standort erweitern.

Mittwoch, 05.07.2017, 06:00 Uhr
Volker Lückemeier hinter einer Vitrine mit Modellen. Von allen Firmen, mit denen LIS zusammenarbeitet, gibt es im Hauptsitz am Hansaring so einen kleinen Lkw.
Volker Lückemeier hinter einer Vitrine mit Modellen. Von allen Firmen, mit denen LIS zusammenarbeitet, gibt es im Hauptsitz am Hansaring so einen kleinen Lkw. Foto: Günter Benning

Das Grundstück ist gekauft. Die Firma LIS plant gegenüber ihrem Stammsitz am Hansaring bereits den zweiten Erweiterungsbau auf 1600 Quadratmeter. „Wir führen gerade die ersten Gespräche mit unserem Architekten“, sagt Volker Lückemeier, einer der drei Geschäftsführer. Das Geschäft mit Software für die Transportbranche scheint zu brummen.

LIS, das heißt Logistische Informationssysteme. Angefangen hat es 1980, als Gründer Hilmar Wagner in einer Studentenbude in Münster Programme für Speditionen strickte. Damals gab es keine Handys, kein Internet, allenfalls teure C-Netz-Telefone. Wenn sie modern waren, kommunizierten Disponenten mit Lkw-Fahrern per Funk. „Bei denen ging es immer hektisch und laut zu“, erinnert sich Volker Lückemeier.

Vergangene Zeiten. Mittlerweile gehört LIS zu den größten Anbietern von Logistik-Software. Jede Frachtart wird erfasst, jeder Lkw verfolgt, leere Wagen durch Zugriff aufs Internet und Frachtbörsen vermieden. WinSped, WebSped, NetSped – das sind die Marken-Programme von LIS.

„Eigentlich sind wir kontinuierlich gewachsen“, sagt Lückemeier, „große Sprünge sind schwierig, weil wir auf qualifiziertes Personal angewiesen sind.“ Mindesten ein Jahr brauche ein Neuer, um die Feinheiten der Kundenstrukturen zu durchschauen. Allein schon, wenn man sich ansehe, worauf es beim Rechnung schreiben ankommt, so der Geschäftsführer: Da spielen Mengen, Frachtart, Transportweise, Entfernung, Erschwerniszulagen, Regionen, Rabatte eine Rolle – eine endlose Kausalkette. „Wir haben eine Abrechnungsform geschaffen, die hochkomplex werden kann“, so Lückemeier.

110 Mitarbeiter beschäftigt LIS, 80 davon in Greven. Daneben gibt es Tochterfirmen in Polen und den Niederlanden. 25 eigene Programmierer sind im Boot und acht duale Studierende. Für den Nachwuchs sorgt LIS selbst.

Seit einigen Jahren wird die komplette Software umgeschrieben. Schließlich gibt es nicht nur jede Menge Bewegung im Logistikbereich. Für Volker Lückemeier ist die größte Neuerung der letzten Jahre die Telematik. Mobiles Internet, Ortungssysteme, Online-Frachtverfolgung, das sind die Stichworte der Neuzeit. Alle zwei Jahre lädt LIS im Grevener Ballenlager zu einer Telematik-Ausstellung. Vertriebsmitarbeiterin Anne Schanz: „Wir haben schon früher sagen können, dass es Deutschlands größte Telematikausstellung ist.“ Aber für die nächste Schau im kommenden Jahr habe man sich vor Anmeldungen nicht mehr retten können. 35 Aussteller sind fest eingeplant.

Die Zukunft sieht LIS-Manager Lückemeier optimistisch. Einzige Sorge: Der Konzentrationsprozess im Logistik-Gewerbe. Denn die ganz großen Player wie die deutsche Bahn hätten ihre eigenen Software-Schmieden. Ansonsten gebe es genug zu tun: „Die Anforderungen unserer Kunden werden immer größer.“

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