Indianerwoche
Sioux schleichen um die Erlöserkirche

Reckenfeld -

Um Indianer geht es diese Woche in Reckenfeld. „Ich möchte den Kindern gerne Wissen der alten Völker nahebringen“, erläutert Sozialpädagoge Michael Bünger. Und er hat eine ganze Reihe von Requisiten im Gepäck, die sofort die Neugierde der Kinder wecken – das Skelett eines Rehbockkopfes, eine Trommel, sogar ein Wolfsfell aus Schweden.

Donnerstag, 20.07.2017, 18:30 Uhr
Michel Bünger und seine Requisiten: Der Sozialpädagoge ist selbst von der Kultur der Indianer fasziniert und hat eine Menge interessanter Stücke gesammelt.
Michel Bünger und seine Requisiten: Der Sozialpädagoge ist selbst von der Kultur der Indianer fasziniert und hat eine Menge interessanter Stücke gesammelt. Foto: Monika Gerharz

Das Räucherschälchen beeindruckt die Runde doch. „Abdruck einer Wolfspfote? In echt?“ Aber der Duft, der daraus aufsteigt, sticht ihnen doch eher unangenehm in die Nase. „Puuh! Das stinkt!“ Michael Bünger von der Reckenfelder Jugendarbeit grinst ein bisschen und wedelt noch mit einer Adlerfeder über die glimmenden Salbeiblätter. „Räuchern war bei den Indianern sehr wichtig. Man hat sich selbst gereinigt und das Haus.“

Denn um Indianer geht es diese Woche in Reckenfeld. „Ich möchte den Kindern gerne Wissen der alten Völker nahebringen“, erläutert Sozialpädagoge Michael Bünger. Und er hat eine ganze Reihe von Requisiten im Gepäck, die sofort die Neugierde der Kinder wecken – das Skelett eines Rehbockkopfes, eine Trommel, sogar ein Wolfsfell aus Schweden. „Damit werden wir eine Erzählstunde gestalten, in der es um den Wolf geht“, verspricht Bünger. Er wird, ganz im dunkeln, das Märchen von Rotkäppchen erzählen – und ein indianisches Wolfsmärchen. „Dort wird der Wolf viel positiver gesehen“, geht es dabei um kulturelle Unterschiede.

Doch am zweiten Tag geht es erst mal ums genaue Hinsehen. „Ihr wisst ja, die Indianer haben sehr gute Augen.“ „Indianer-Memory“ heißt das Spiel, und die Kinder müssen rund ums Gemeindezentrum am Moorweg das Gegenstück zu seltsam geformten Zweigen, großen Tannenzapfen, seltenen Federn finden. Ein Junge bringt gleich ein ganzes Bündel mit. „Das sind leider Taubenfedern“, schmunzelt Bünger. „Die darfst du behalten.“

Die Sioux und Apachen, die Irokee und Creek-Indianer – kenntlich an den selbst gebatikten, unterschiedlich farbigen T-Shirts – werden in den nächsten Tagen noch allerlei Fertigkeiten der alten Indianer erproben und dabei viel über deren Leben und Kultur kennenlernen. Nur das Essen, das wird eher europäisch sein – allerdings ein bisschen improvisierter als gewohnt. Denn die Köchin der Stämme ist leider kurzfristig krank geworden, die Hauptamtlichen und ehrenamtlichen Teamer werden sich selbst ums Essen kümmern. Trotzdem gibt es nicht nur Maisbrei und Bärentatzen. Versprochen.

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