Mit dem E-Bike
Mit Sicherheit die schönste Strecke

Münster -

Trotz zügigen Tempos – das E-Bike war in diesem Fall das langsamste Verkehrsmittel. Aber das gesündeste und umweltfreundlichste.

Samstag, 22.07.2017, 08:00 Uhr
Mutter - mit zwei Kindern im Schlepp – sie wird in Sprakel überholt.
Mutter - mit zwei Kindern im Schlepp – sie wird in Sprakel überholt. Foto: Günter Benning

Erst mal die gute Nachricht. Die Veloroute zwischen Greven und Münster ist jetzt durchgängig asphaltiert. Vor ein paar Monaten bin ich sie noch mit dem Radverkehrsplaner Münsters abgefahren, da lag bei Coerde Schotter.

Der Schotter ist weg. Trotzdem schon mal die schlechte Nachricht: Mein Traum, mit meinem schönen E-Bike die Kollegen abzuhängen, ist zerstäubt.

Und das lag nicht daran, dass ich drei Mal die Anweisungen meines Routenplaners Naviki falsch verstanden habe. „Sie haben die Route verlassen“, nölt schon hinter der Emsbrücke in Greven die Naviki-Stimme, weil ich nicht in den Aldruper Weg, sondern rechts in die Biederlackstraße fahre, die am Ende mit einer Absperrung versehen ist.

Insgesamt, zeigt mir Naviki an, bin ich 17,7 Kilometer geradelt, statt der geplanten 16,5 Kilometer.

Dafür habe ich 53 Minuten gebraucht, bei einem Durchschnitt von immerhin 20 Stundenkilometern. Hätte ich mich nicht verfahren, wäre ich vier Minuten eher am Ziel gewesen. Aber auch nicht als der Erste.

Dafür fahre ich bestimmt die schönste Strecke. Nämlich erst über Bahnweg und Aldruper Brink. Am Hof Mittel-Wichtrup muss ich etwa zwei Kilometer die Bundesstraße nehmen, auf der kaum Verkehr ist. Mir schwant, dass es für die Fairness besser gewesen wäre, wenn der Kollege Pkw eine Viertelstunde früher im Pendlerstrom mitgeschwommen wäre.

An der Gimbter Straße biege ich links ab, dann rechts rein in den Hangkamp. Es geht ohne Gegen- und Nebenverkehr durchs Aatal und ab der Schlüppe nur noch geradeaus, immer an der Bahn entlang.

Mein Rad rast, irgendwo bei 27 Stundenkilometer verabschiedet sich die Motorunterstützung, da muss ich selber treten.

8.53 Uhr lande ich auf dem Prinzipalmarkt. Klar, als Letzter. Dafür habe ich aber heute schon Sport gemacht. Und ein Wechselhemd habe ich natürlich in der Fahrradtasche. Der Routenplaner tröstet mich: Ich habe 3,8 Kilo COgespart und 5,30 Euro. Hat sich also gelohnt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5025448?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker