Steigende Schülerzahlen
Pro Jahrgang 100 Kinder mehr

Greven -

100 Kinder mehr pro Jahrgang: Die steigenden Schülerzahlen stellen Greven vor Herausforderungen – die allerdings schon vor Jahren angenommen wurden. Mit Bautätigkeit allerorten werden die Kapazitäten angepasst. An manchen Stellen sind allerdings inzwischen Ausbaureserven erreicht.

Sonntag, 23.07.2017, 11:54 Uhr aktualisiert: 23.07.2017, 12:00 Uhr
Die Mariengrundschule erhält aktuell einen Anbau, das reicht aber noch nicht aus: ein Gebäudeteil soll aufgestockt werden. Auch für weitere Schulen sind Baumaßnahmen beschlossen oder zumindest ins Auge gefasst.  
Die Mariengrundschule erhält aktuell einen Anbau, das reicht aber noch nicht aus: ein Gebäudeteil soll aufgestockt werden. Auch für weitere Schulen sind Baumaßnahmen beschlossen oder zumindest ins Auge gefasst.   Foto: Peter Beckmann

Bundesweit bis 2025 eine Millionen Schüler mehr als prognostiziert – das müsste Planer in den Schulämtern und Stadtverwaltungen aufschrecken. Eigentlich. In Greven aber herrscht relative Gelassenheit. „Das überrascht uns jetzt nicht“, sagt Beate Tenhaken, die im Rathaus den Fachbereich Soziales, Jugend, Bildung verantwortet. „Die Entwicklung stark steigender Schülerzahlen ist schon vor einigen Jahren in Greven angekommen.“ Die nach oben korrigierte Prognose wirft die Grevener Rathausmannschaft daher nicht aus der Bahn. Man schreibe die Schulentwicklungsplanung kontinuierlich fort – das bewahrt die Stadt als Schulträger vor bösen Überraschungen.

Ein Jahrgang umfasse aktuell etwa 100 Kinder mehr als noch vor rund zehn Jahren. Allein innerhalb der vergangenen ein, zwei Jahre war ein Anstieg von rund 350 auf etwa 400 Kinder pro Jahrgang zu verzeichnen. Diese starken Jahrgänge besuchen derzeit die Grundschulen und werden in einigen Jahren auch die weiterführenden Schulen vor Herausforderungen stellen.

Im Grundschulbereich ist aktuell allerorten rege Um- und Anbautätigkeit zu beobachten. „Irgendwann werden wir eine Grenze erreichen, was die Infrastruktur angeht.“ An einigen Stellen sei inzwischen schon die Ausbaureserve ausgeschöpft, betont Tenhaken. Ob das auch für die weiterführenden Schulen zu erwarten sei (wo auch viel gebaut wird), könne man derzeit kaum absehen. Zu viel ist im Schulbereich in Bewegung, um dazu etwas Verlässliches sagen zu können.

Die stark steigenden Schülerzahlen sind nicht nur, aber natürlich auch auf die große Zahl von (bisweilen kinderreichen) Flüchtlingsfamilien zurückzuführen. Unter den 130 Flüchtlingen, die Greven aktuell neu zugewiesen wurden, sind sechs im schulpflichtigen Alter. „Da finden wir Lösungen. Wir sind mit allen Schulen im Gespräch“, ist Tenhaken zuversichtlich.

Neben den Flüchtlingszuzügen seien auch weitere „Wanderungsbewegungen“ für das Wachsen der Stadt verantwortlich. Neben dem oft zitierten „Wösten-Effekt“ gebe es auch in anderen (in die Jahre gekommenen) Vierteln rege Bautätigkeit oder Generationenwechsel. Das Problem anderer Städte, die sich strecken müssten, um die Alten zu halten und die Jungen zu locken, hat Greven jedenfalls nicht. „Ist doch eigentlich ganz schön“, sagt Tenhaken zu dem Luxusproblem, welches der Zuzug junger Familien nach sich zieht. „Schulschließungen sind aktuell jedenfalls kein Thema“, spielt sie auf die vor einigen Jahren geführte und wieder erloschene Diskussion um die Martin-Luther-Schule an.

Die Kinder werden nicht nur mehr, Eltern buchen auch immer mehr Betreuung für sie: In den Grundschulen habe man mit der Einführung des Tandem-Modells (inklusive Umbauten) auf die gestiegene Ganztags-Nachfrage reagiert. So habe man es hinbekommen, Plätze für alle angemeldeten Kinder bereit zu stellen.

Im Kita-Bereich helfen aktuelle nur umfangreiche bauliche Erweiterungen oder Neubauten. Hier macht sich unter anderem bemerkbar, dass viele Kinder nicht mehr nur drei Jahre lang (wie früher) die Kitas besuchten, sondern bisweilen fünf Jahre lang einen Platz brauchen, wenn sie schon mit einem Jahr in eine Kita gegeben werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5025555?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker