Ferienwoche im Tipicamp
Kompostklo und Erdkühlschrank

Reckenfeld -

Eine Woche lang haben 26 Kinder zwischen neun und 13 Jahren sowie ihre sechs Betreuer auf jeglichen modernen Komfort verzichtet. Mitten im Wald an der Hembergener Straße zwischen Hembergen, Reckenfeld und Greven schlugen sie im Tipi-Camp des Vereins Draußenzeit ihr Sommerlager auf, das der Verein zusammen mit der Jugendbildungsstätte Nordwalde seit einigen Jahren anbietet.

Sonntag, 23.07.2017, 18:58 Uhr aktualisiert: 25.07.2017, 14:19 Uhr
Eine Küche aus ungehobeltem Holz:  Lagerleiter Felix von Schoenebeck kocht zusammen mit den Kindern.
Eine Küche aus ungehobeltem Holz:  Lagerleiter Felix von Schoenebeck kocht zusammen mit den Kindern. Foto: Elvira Meisel-Kemper

„Die Plätze sind immer schnell belegt“, bestätigte Lagerleiter Felix von Schoenebeck die Beliebtheit. In fünf Zelten übernachteten die Kinder. Ihre Gruppennamen fanden sich auch auf dem Tagesplan wieder mit den Aufgaben. Wasser holen und Holz hacken für die Kochstellen gehörte zum Tagespensum genauso wie die Zubereitung der Mahlzeiten und die Sauberkeit auf dem Platz.

„Das ist unsere Dusche. Das Wasser für den Eimer holen wir aus der Ems“, informierte Carola Punks (13 Jahre). Besonders spannend fanden die Kinder das Kompost-WC, das allerdings dauernd besetzt war. Auch die offene Küche verfügte weder über einen Kühlschrank noch sonstige elektrische Geräte. „Das ist unser Kühlschrank“, zeigte Carolas Bruder Johannes (11) die Lagerstätten hinter der Küche. Es sind blaue Fässer, die in die Erde eingelassen sind.

Ertönte der Kuckucksruf der Betreuer, war eine Gemeinschaftsaktion angesagt. Morgens gab es nach dem gemeinsamen Frühstück den Morgenkreis. Es wurden zusammen Lieder gesungen, Dankesgebete gesprochen und über die Natur geredet, die das Lager umgab. Nachmittags wurden kreative Workshops angeboten. Stolz zeigte Annbritt Peitz (10) ihre Fackel, die sie in einem Workshop aus Naturmaterialien gebastelt hat: „Wenn ich die in flüssiges Bienenwachs tauche und anzünde, habe ich eine Fackel.“

Derartige Erfahrungen mit Feuer und Schnitzmessern fanden natürlich nur unter der Aufsicht der Betreuer statt. „Feuer achtsam behandeln“ und „Schnitzregeln beachten“ gehörte nicht umsonst zu den sieben goldenen Lagerregeln.

„Das ist eine zusammengewürfelte Gruppe von Kindern. Einige kommen aus Greven, andere aus Quedlinburg und aus ganz NRW. Es geht uns darum, dass wir eine Gruppe werden und die Kinder aktiv werden. Ganz wichtig ist uns auch die Naturerfahrung“, betonte von Schoenebeck, der Sozial-, Natur- und Wildnispädagoge ist.

Carola hört jetzt viel mehr auf die Geräusche im Wald. Sebastian Frederik Passe (11 Jahre) interessiert sich jetzt noch mehr für Insekten. „Ein Junge hatte eine Kröte gefangen. Die habe ich angefasst“, bekannte Mara Matzke (9 Jahre), die wie Sebastian aus Greven kommt, ihre eigene Naturerfahrung. Und dann waren da noch das vegetarische Essen und die gemeinsamen Aktivitäten. Wandern, Baden im Badesee und mit selbst gebauten Flößen auf der nahen Ems waren nur einige der Unternehmungen.

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