Radsaison läuft trotz Regens gut
Aus dem Regen ins Hotel

Greven -

Vermiest der Meimel der letzten Tage den Hoteliers das Geschäft? eher im Gegenteil.

Dienstag, 25.07.2017, 17:00 Uhr aktualisiert: 26.07.2017, 16:30 Uhr
Verkürzen ihre Tour wegen des Regens: Ingrid und Wilhelm Rakers wollten gestern eigentlich noch nach Ohne in der Grafschaft Bentheim radeln.
Verkürzen ihre Tour wegen des Regens: Ingrid und Wilhelm Rakers wollten gestern eigentlich noch nach Ohne in der Grafschaft Bentheim radeln. Foto: Günter Benning

Nur noch ein paar Meter, dann ist es geschafft. Ingrid und Wilhelm Rakers haben genug vom Regen: „Eigentlich wollten wir nach Ohne in der Grafschaft“, sagt Wilhelm Rakers, „aber jetzt fahren wir mit der Bahn nach Hause.“

Meimel wie gestern kann schlecht sein für Grevens Hotellerie. Oder gut.

Nur ein paar Meter weiter auf dem Emsdamm haben sich am Dienstagmittag Gerrit und Greetje `t Hart aus Ermelo in den Niederlanden entschlossen, ihre heutige Tagesetappe zu verkürzen und sich schnell ein Hotel zu suchen.

„Der Emsauenweg ist wirklich sehr naturnah“, lobt Gerrit `t Hart. Aber zu viel Unbill der Natur ist selbst für eingefleischte Radler nichts.

Peter Hamelmann von Greven Marketing konnte gestern gleich mehrere Radler in lokale Hotels und Pensionen umlenken: „Obwohl manche eigentlich gut gegen Regen ausgerüstet waren.“

Im Hotel Eichenhof läuft der Radtourismus generell gut. Möglicherweise, glaubt Chefin Ingeborg Denk, führt die Skulpturenausstellung in Münster derzeit sogar für Auftrieb: „Münster ist teilweise ausgebucht oder zu teuer.“ Da weichen die Radler noch mehr ins Umland aus.

Radler wie die `t Harts aus Holland sind eh keine typischen Kulturtouristen. „In Münster waren wir letztes Jahr“, sagen Gerrit `t Hart (65), „da müssen wir nicht mehr hin.“ Auch nicht wegen der Skulpturen.

In Gimbte hat sich der Skulptur-Tourismus auch noch nicht bemerkbar gemacht. Aber es gibt immer mehr Radler. „Vor allem die E-Biker haben total zugenommen“, sagt Rita Kaltefleiter vom gleichnamigen Hotel.

Gerade ältere Touristen trauten sich damit wieder auf Touren. Bei Kaltefleiter hat man sich darauf eingestellt – auch durch eine Strom-Station zum Akkuladen. Mittlerweile wächst offenbar auch der Bedarf an Fahrradgaragen. Rita Kalte­fleiter: „Letztens hatten wir einen Radler hier, der bestand darauf, dass sein teures Rad im Haus untergestellt werden musste.“

Auch für Bernhard Wermelt sind die Radler ein „lukratives Geschäft“. Der Hotelier, der das Hotel Wermelt und den Hoeker Hof, zusammen 90 Betten, betreibt, ist gut auf den Emsauenweg zu sprechen: „Die Radler sind zufrieden.“ Schön wäre auch, wenn der Weg am Max-Klemens-Kanal verbessert würde. Seit Jahren wird auf münsterischer Seite von Anliegern geklagt, dass der Weg zu eng und zum Beispiel für Räder mit Anhänger nicht befahrbar sei.

Nicht alle Herbergen in Greven profitieren von Radlern. Hans Braun, der mit seiner Frau Birgit die Pensionen Braun und die Stadtvilla betreibt, stellt sogar einen Rückgang fest. Allerdings: Die Brauns haben während der Woche komplett an Firmenmitarbeiter vermietet. Außerdem gibt es kein Frühstück. Monteure, so Braun, brauchen das nicht. Radler dagegen hätten schon gerne etwas Komfort. Für Hans Braun kein Problem: „Wir machen alles alleine – da ist es gut, am Wochenende Ruhe zu haben.“

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