Ernteeinbußen beim Getreide
Erst zu trocken – nun zu nass

Greven -

Das Frühjahr begann hervorragend. doch seither macht das Wetter den Landwirten das Leben schwer – mal ist es zu trocken, mal zu nass. Ernteeinbußen sind die Folge.

Mittwoch, 26.07.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 26.07.2017, 07:46 Uhr
Die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate führt bei der Getreideernte zu rund 20 bis 30 Prozent Einbußen. Vergleichsweise gut steht hingegen der Mais da, der mit wenig Wasser auskommt.
Die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate führt bei der Getreideernte zu rund 20 bis 30 Prozent Einbußen. Vergleichsweise gut steht hingegen der Mais da, der mit wenig Wasser auskommt. Foto: Günter Benning

Was die Landwirte vor Wochen befürchtet hatten, tritt nun ein: Ernteeinbußen beim Getreide. Die große Trockenheit der vergangenen Wochen führt laut Grevens Ortslandwirt Matthias Langkamp zu rund 20 bis 30 Prozent Ertragseinbußen. „Die Erträge sind schon sehr bescheiden. Es war einfach zu trocken.“ Vor allem auf hiesigen Sandböden gebe es arge Probleme. Betroffen sei nicht nur die Wintergerste, sondern auch Triticale und Roggen. Das haben die ersten Tage der angelaufenen Ernte deutlich gemacht.

Der Dauerregen der letzten Tage kann das auch nicht mehr ausgleichen – im Gegenteil: er erschwert die Ernte, bringt sie aktuell gar komplett zum Erliegen. „Bei dem Wetter passiert gar nichts. Getreide, das nass ist, lässt sich einfach nicht dreschen. Wenn man jetzt versuchen würde zu dreschen, würden die Maschinen nach nicht mal zwei Minuten zusitzen.“ Leicht feuchtes Getreide lasse sich noch trocknen, doch der ergiebige Regen der vergangenen Tage habe zu deutlich mehr als Feuchte geführt. Dieser Nässe im Getreide sei auch mit technischen Verfahren nicht beizukommen. Einzige Lösung: besseres Wetter. „Wir hoffen wie der Rest der Bevölkerung auf eine Schönwetterperiode“, sagt Langkamp. Temperaturen um die 25 Grad (zu heiß wäre auch wieder nicht gut) und etwas Wind seien ideal, diese Bedingungen würden die Feuchtigkeit aus dem Getreide vertreiben.

Die aktuellen Ernteeinbußen waren zu Beginn der Saison noch nicht absehbar, eigentlich deutete sogar vieles auf ein gutes Jahr auf den Äckern hin. Keine Krankheiten, passendes Wetter, eigentlich kein Grund zum Klagen. „Die Bestände präsentierten sich im Frühjahr wunderbar“, blickt Langkamp zurück. Doch wie in jedem Jahr gelte: „Abgerechnet wird zum Schluss“, sagt der Ortslandwirt.

Das gilt auch für den Mais, dessen Ernte ab September ansteht. Hier jedoch ist der Landwirt deutlich positiver gestimmt. „Es ist erstaunlich, wie gut der Mais dasteht.“ Es sei immer wieder bemerkenswert, mit wie wenig Wasser diese Nutzpflanze auskomme. Die Trockenheit des Frühsommers habe dem Mais kaum etwas anhaben können. Insofern rechnet Langkamp mit Erträgen, die auf dem Niveau der Vorjahre liegen dürften.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5034215?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker