Hinrichtung wegen einer verbotenen Liebe
Gedenken an polnische Nazi-Opfer

Greven -

Vor 75 Jahren wurden zwei junge Polen hingerichtet. Ihr „Verbrechen“: Die Liebe zu deutschen Frauen. Jetzt wird ihrer gedacht.

Dienstag, 08.08.2017, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2017, 14:54 Uhr
Franciszek Banaś  wurde in Greven gehenkt.
Franciszek Banaś  wurde in Greven gehenkt. Foto: VVN

Vor 75 Jahren – am 14. August 1942 – wurden die Polen Franciszek Banaś (28) und Wacław Ceglewski (21) in den Bockholter Bergen wegen „verbotenen Umgangs“ mit einer deutschen Frau von der Gestapo Münster unter Mithilfe der Amtsverwaltung Greven hingerichtet. Sie gehörten zu den Millionen während des Zweiten Weltkrieges zwangsweise zur Arbeit eingesetzten Kriegsgefangenen und ausländischen „ZivilarbeiterInnen“, so eine Pressemitteilung. Diese unterlagen einer mehr oder weniger rassistischen Behandlung und wurden häufig Opfer rigider Verfolgung. Als ein besonderes Vergehen galt der „verbotene Umgang“ zwischen Deutschen und Ausländern. Dazu gehörte jeglicher soziale Kontakt, insbesondere die intime Beziehung zu deutschen Frauen.

Für die als „rassisch minderwertig“ angesehenen polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiter bedeutete dieses „Vergehen“ in der Regel das Todesurteil. Die Geschichte von Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski ist dafür ein Beispiel.

Nach 75 Jahren erinnert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – zusammen mit den Ortsverbänden von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke – an das Geschehen. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Die Gedenkveranstaltung beginnt Sonntag, 13. August, um 15 Uhr in den Bockholter Bergen, Wanderparkplatz am Schifffahrter Damm, Fuestruper Str. 4.

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