Greven vor 25 Jahren
Der Looping beim Looping

Heiß her ging es vor 25 Jahren im Rat. Der Grund: Der Hauptschulstandort Reckenfeld wurde zur Zweigniederlassung der Marienhauptschule „degradiert“.

Sonntag, 27.08.2017, 12:00 Uhr
Der ehemalige Stadtbrandmeister Tönne Herting.
Der ehemalige Stadtbrandmeister Tönne Herting. Foto: Gunnar A. Pier

Wenn die Kirmes nach Greven kommt, ist es immer wieder spannend, welche Karussells sich um die Gunst der Kirmesbummler bewerben. Vor 25 Jahren war es das „Super-Karussell Top Spin“. Eigentlich, so sagte der Besitzer vor 25 Jahren, sei die Kirmes in Greven viel zu klein für sein Karussell. Aber er sei auf dem Weg von Hamburg nach Frankfurt, da wolle man einen Zwischenstopp einlegen. Top-Spin besteht aus einer Gondel, die an zwei Auslegern hängt, und einen Looping beim Looping dreht. Wie vielen Kirmesbesuchern dabei schlecht geworden ist, ist leider nicht überliefert.

Der FMO darf nach einer langen Durststrecke in diesem Jahr mal wieder über eine deutliche Steigerung bei den Passagierzahlen jubeln. Vor 25 Jahren war das gang und gäbe. Im August freuten sich die Verantwortlichen über den 100 000. Chartergast. Der flog damals noch mit Air Berlin nach Malle. Tja, das ist bald auch vorbei.

Vor 25 Jahren freute sich Stadtbrandmeister Tönne Herting über einen neuen Rettungswagen, den der Kreis spendiert hatte. Die Rettungswagen damals waren noch richtige üble Kisten. Jeder Schweinetransporter war besser gefedert, auf der Autobahn wurde der Rettungswagen trotz Blaulicht in kleinen Steigungen von Lkw überholt. 130 000 Mark hatte das gute Stück damals gekostet.

Aus eigener Erfahrung ist bekannt, dass es im großen Sitzungssaal des Rathauses bei den Rats- oder Ausschutzsitzungen manchmal recht schläfrig zugehen kann. Vor ziemlich genau 25 Jahren war aber mal so richtig Rabatz angesagt. Ratsmitglieder wurden ausgebuht, als Verräter oder Totengräber beschimpft. Ihr Vergehen? Sie hatten für das Ende des Hauptschul-Standortes Reckenfeld gestimmt. Mit der Zusammenlegung der Marien- und der Franziskus-Hauptschule im Grevener Süden wurde die Schule in Reckenfeld zum Lernort der Schule degradiert. Es gab einfach nicht mehr genug Hauptschüler. Die Reckenfelder Eltern waren mal so richtig sauer, demonstrierten und drohten, ihre Kinder nicht in Greven, sondern an der Emsdettener Hauptschule anzumelden. Bekanntlich hat all das nichts genützt. Inzwischen ist die Schule in Reckenfeld eine Unterkunft für Asylbewerber.

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