Hochamt zum Wohle der Stadt
„Würde first – für alle!“

greven -

Ein Land zuerst? Von wegen: Die Würde der Menschen zuerst, über Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg. Darüber waren sich Christen und Nichtchristen, die beim Hochamt der Stadt und dem anschließenden Empfang dabei waren, einig.

Sonntag, 27.08.2017, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.08.2017, 15:40 Uhr
Das Sektglas in der Hand, den Blick zuversichtlich nach vorn gerichtet: Integration war das dominante Thema beim Hochamt zum Wohle der Stadt in und um die Martinus-Kirche.
Das Sektglas in der Hand, den Blick zuversichtlich nach vorn gerichtet: Integration war das dominante Thema beim Hochamt zum Wohle der Stadt in und um die Martinus-Kirche. Foto: Stefan Bamberg

Flagge zeigen – Klaus Lunemann meint das durchaus doppeldeutig. Sich als Verein präsentieren. Sehen und gesehen werden. Aber eben auch Farbe bekennen. Seine Meinung sagen. „Einander Mut machen, nicht nachlassen“, fordert der St. Martinus-Pastor mit Verve.

Viele, sehr viele hören ihm zu in der Martinus-Kirche. Das Hochamt zum Wohle der Stadt am Kirmessonntag – es ist Grevens zweiter Rummelplatz des Wochenendes. Auf dem sich alle tummeln, die gestalten wollen. Die sich für andere einsetzen – denen es nicht egal ist, wie die Zukunft aussieht. In der Welt – aber vor allem auch vor Ort.

Integration ist das dominante Thema. „Dagegen war die Aufnahme von Flüchtlingen ein Kindergeburtstag“, bringt es Bürgermeister Peter Vennemeyer auf den Punkt. Das Sektglas in der Hand, den Blick nach vorn gerichtet – zuversichtlich: „In unserer Stadt merke ich nichts von nachlassendem Engagement.“

Politik, Kirchen und Vereine wollen das heute noch mal unterstreichen. „Wir ziehen alle an einem Strang“, betont Pfarrer Jörn Witthinrich im Namen der evangelischen Gemeinde. „Damit sich die Menschen in Greven wohl und sicher fühlen.“

Ein Leben in Würde und Geborgenheit – Kollege Lunemann hat dafür, kurz vorher im Gottesdienst, den Blick in die Ferne schweifen lassen. Auf einen Präsidenten-Zausel, der entlarvt, wie man‘s besser nicht macht: „Das eigene Land first?“, fragt Lunemann im Trump-Style. Und konstatiert: „Die Lösung muss heißen: Würde first – für alle!“

Die Abordnungen der Vereine applaudieren – sie leben dieses Motto, mit großen und kleinen Projekten zur Integration der neuen Mitbürger. Projekte, die mit dem Christ- und Gläubigsein zu tun haben können – aber nicht müssen, wie Vennemeyer, Witthinrich und Lunemann betonen. Nicht jeder hier singt das mit ganz, ganz viel Weihrauch inszenierte „Großer Gott, wir loben Dich“ zum Auszug mit. Aber: „Uns vereint das Streben nach Respekt, Zivilcourage und Frieden“, so die gemeinsame Botschaft.

Es gibt also viele Baustellen, wenn die Kirmes zu Ende ist. Das wohl Wichtigste, um weiterhin tatkräftig anpacken zu können? „Bleiben Sie alle gesund!“, schmunzelt der Bürgermeister.

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