Lambertusmarkt
Von Perlglanz und Gemüse-Kunst

Greven -

Wolle als Rohware für wärmende Socken, oder doch gleich die fertig gestrickten Exemplare? Wer am Montag über den traditionellen Lambertusmarkt bummelte, hatte die Qual der Wahl. Zumal es noch viel mehr zu bestaunen und kaufen gab: unter anderem viele Küchen- und Putzwunder.

Montag, 28.08.2017, 18:44 Uhr aktualisiert: 28.08.2017, 18:50 Uhr
Streifen- und Tropfenfrei, und das in einem Arbeitsgang: „Nur bis mittags“ zum Aktionspreis gab es Reinigungsgeräte, Putzmittel, Fugenkratzer, und andere als patentierte Weltneuheiten angepriesene Artikel.
Streifen- und Tropfenfrei, und das in einem Arbeitsgang: „Nur bis mittags“ zum Aktionspreis gab es Reinigungsgeräte, Putzmittel, Fugenkratzer, und andere als patentierte Weltneuheiten angepriesene Artikel. Foto: Oliver Hengst

Mit 10 Euro Lambertusmarkt-Taschengeld losziehen und etwas Schönes, Praktisches oder Einmaliges mitbringen – keine ganz leichte Aufgabe, denn die Auswahl ist groß.

Justin Bieber ist einen Euro zu teuer, Gott sei dank. Für acht Euro wäre am CD-Stand der „Karnevals­express“ zu haben. Antizyklisch kaufen – manchmal sinnvoll, heute nicht. So dringend muss das Geld dann doch nicht unter die Leute.

Als Alternative böte sich Mode an. Am Stand von Igbal Sing gibt es jede Menge davon. Er setzt komplett auf Straßenverkauf, hat keinen Laden als Basis. „Wofür sollte ich den haben? Das hier auf den Märkten läuft, und es macht Spaß. Die Leute sind gut drauf, man kommt mit Menschen ins Gespräch. Ist doch toll“, sagt er und eilt zu einer Kundin, die eine Frage zu den Größen hat. Ich nutzte das, um mich aus dem Staub zu machen. Pluderhosen und Batik-Shirts stehen mir einfach nicht.

Vielleicht ein Mitbringsel für jemanden aus der Familie? Eine Handtasche („Echt Leder“, behauptet der Verkäufer) für 15 Euro? „Ich habe soviel Taschen, ich brauche keine mehr“, faucht eine Passantin den Verkäufer an.

Andere Damen sind aufgeschlossener. „Ach, sieh mal, lass uns da mal gucken“, fordert eine Grevenerin ihre Freundin auf. Mit Erfolg. Gemeinsam steuern sie den Taschen-Stand an. Der Verkäufer setzt zur Begrüßung sein schönstes Lächeln auf.

Am vielseitigen Wunderhobel geht auf dem Lambertusmarkt natürlich kein Weg vorbei. Mit ihm, erfahre ich, als ich mich ein paar Augenblicke in die beachtliche Zuschauermenge einreihe, kann man Gemüse und Obst in so kunstvolle Formen bringen, dass die Tischgäste Bauklötze staunen werden. Ob sie allein deshalb mehr gesunde Kost verzehren? Ungewiss. Ich lasse den Hobel liegen. Übersteigt ohnehin mein Budget.

Leisten könnte ich mir dagegen Fett-Wegdrück-Unterwäsche oder zeltartige Damen-Unterhosen. Drei für zehn Euro, das säße drin. Aber was soll ich damit? Der Liebsten mitbringen? Die würde mich vermutlich vom Hof jagen . . .

Fidget-Spinner im Abverkauf für einen Euro, Wellness-Socken, Lammfell (Der Herbst naht!) – alles nicht das richtige. Bleibt noch das unermesslich große Angebot an Putzmitteln und -geräten. Doch auch hier kann ich mich nicht entscheiden: Ist Microfaser noch der Stand der Technik oder ist (wie am Stand direkt nebenan selbstbewusst behauptet wird) eben der „Nachfolger der Microfaser“ die richtige Wahl? Schwierig, schwierig.

Ein Händler schnürt ein fast unschlagbares Paket mit Wischer, Abzieher, Putztuch – nur bis mittags zum Aktionspreis. Und nur, solange der Vorrat reicht, sogar inklusive Teleskopstiel als Gratis-Beigabe. Ich lehne dankend ab. „Es wird immer schwerer in dieser Welt“, stöhnt er. „Hoffentlich hast Du wenigstens ein schönes Foto von mir gemacht.“

Die Einkaufstasche bleibt leer, die 10 Euro nehme ich wieder mit nach Hause. Muss ich abends beim Kirmesbummel mit der Familie halt entscheiden, wofür sie ausgegeben werden: Zweimal Backfisch oder viermal Disco Jet?

Ein Bummel über den Lambertusmarkt

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