Briefwahl
Bequeme Bürgerpflicht

Greven -

Rund 2000 Grevener Bürger haben bereits Briefwahlunterlagen angefordert, oder sie bereits ausgefüllt und in eine Wahlurne eingeworfen. Bis zum Wahltag werden wohl noch einige Tausend hinzukommen. Der Trend ist ungebrochen. Die Gründe sind vielfältig.

Montag, 04.09.2017, 19:48 Uhr aktualisiert: 04.09.2017, 19:50 Uhr
Einer von 28 255 Grevener Wahlberechtigten: Am Ende werden rund 5000 von ihnen per Briefwahl abgestimmt haben, ein Anteil, der zuletzt kontinuierlich gestiegen ist. Im Briefwahlbüro des Rathauses haben Laura Hartken (links) und Meike Jürgens alles im Griff.  
Einer von 28 255 Grevener Wahlberechtigten: Am Ende werden rund 5000 von ihnen per Briefwahl abgestimmt haben, ein Anteil, der zuletzt kontinuierlich gestiegen ist. Im Briefwahlbüro des Rathauses haben Laura Hartken (links) und Meike Jürgens alles im Griff.   Foto: Oliver Hengst

Für Ursula Jost kommt jede Wahlwerbung zu spät. Sie hat sich längst entschieden. Mehr noch: Sie hat in der vergangenen Woche sogar schon ihr Kreuzchen gemacht. „Ich bin am Wahltag im Urlaub“, erklärt sie ihren vorgezogenen Urnengang. Im Briefwahlbüro im Rathaus erhielt sie auf Antrag den Wahlschein, in einer der beiden bereitstehenden Kabinen machte sie direkt ihr Kreuz – und ab damit in die Wahlurne. „Es hat sich einfach angeboten, das hier zu erledigen. Ich war ohnehin gerade bei der Kasse.“ Nun geht es ab zum Wandern in Kempten.

Viele Grevener machen es ähnlich. Als in der vergangenen Woche das Briefwahlbüro öffnete, hatten die drei Mitarbeiterinnen, die dort abwechselnd Dienst schieben, gleich gut zu tun. Innerhalb der ersten drei Tage haben rund 2000 Grevener Briefwahl beantragt. Entweder direkt vor Ort oder per Online-Formular. Dann wird der Wahlschein nach Hause versendet. „Ich denke, dass wir am Ende auf über 5000 Briefwähler kommen werden“, sagt Anja Steltner, die im Rathaus für den Ablauf eben dieser Wahlen zuständig ist. Experten rechneten mit rund 25 Prozent, hat sie gelesen. „Das kann bei uns ungefähr passen. Es wird immer besser angenommen. Briefwählen ist eben bequem“, sagt Anja Steltner.

Der anhaltende Boom bringt auch einen erhöhten Organisationsaufwand mit sich. „Und vor allem müssen immer mehr Wahlhelfer gefunden werden, die am Wahlsonntag mithelfen, die vielen Briefwahlstimmen auch auszuzählen“, sagt Anja Steltner. Mit Problemen, entsprechende Helfer zu finden, rechnet sie indes nicht. „Das hat bislang immer geklappt.“

Laura Hartken, die im Briefwahlstudio eingesetzt wird, kennt einen der Gründe, warum immer mehr Menschen per Briefwahl ihre Stimme abgeben: „Manche wollen sich einfach zu Hause in Ruhe den Wahlzettel ansehen.“ Wer sich den Wahlschein nach Hause senden lässt (um ihn später ausgefüllt per Post zurückzusenden oder im Rathaus einzuwerfen), hat schlicht mehr Zeit als am Wahltag, sich darüber zu informieren, wer eigentlich antritt. Einen weiteren Grund für den Briefwahl-Boom liefert ein Grevener, der sich an diesem Tag in die kurze Schlange einreiht. Er beantragt die Unterlagen im Namen seiner Eltern, die sich die Mühsal ersparen wollen, am Wahltag ein (womöglich nicht barrierefreies) Wahllokal aufsuchen zu müssen.

„Viele kommen nach Feierabend zu uns. Dann wird es schon mal voll hier“, sagt Rathaus-Mitarbeiterin Meike Jürgens. Ein anstehender Urlaub sei für viele der entscheidende Grund, die Briefwahl zu nutzen. Mehr Jüngere oder Ältere? „Das geht hier querbeet.“

► Die Öffnungszeiten des Briefwahlbüros (erste Etage, direkt neben dem großen Sitzungssaal): Montag bis Mittwoch: 8 bis 12.30 und 14 bis 16 Uhr; Donnerstag: 8 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr; Freitag: 8 bis 12.30: am Freitag vor dem Wahlsonntag (22. September) von 8 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr.

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