Fußgängerzone
Jetzt kann „bepollert“ werden

Greven -

Versenkbare Poller sollen in der Grevener Innenstadt künftig dafür sorgen, dass Fußgänger in der Fußgänger(!)-Zone sicherer unterwegs sind.

Montag, 04.09.2017, 16:48 Uhr aktualisiert: 04.09.2017, 16:50 Uhr
Poller  zum Versenken in der Hamburger Innenstadt.
Poller  zum Versenken in der Hamburger Innenstadt. Foto: Große Hüttmann

Wenn man Poller aufstellt, heißt das im Amtsdeutsch „bepollern“. Zu hören war dieses interessante Wort jetzt von Klimamanager Olaf Pochert im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Da es in diesem Gremium keine Gegenstimme gab und die Diskussion lange vorher schon geführt wurde, kann Grevens Innenstadt also nun „bepollert“ werden. Eine Maßnahme für 95 000 Euro. Sie soll dem Schutz der Fußgänger dienen.

Wer Zeitung liest, weiß, dass in München gerade eine Pollerdiskussion läuft. Mehr Poller sollen weniger Gefahr durch Terrorismus bringen. Der eine ist dafür, der andere findet das übertrieben.

In Greven geht die gefühlte Gefahr allerdings vor allem von den Autofahrern aus, die so oft und zu allen Zeiten durch die Fußgängerzone fahren.

In der Verwaltungsvorlage zum Thema heißt es, zeitweise sei der Eindruck entstanden, „dass die Verkehrsart begrenzende Ausweisung als Fußgängerbereich aufgehoben worden sei“.

Vor allem die Lieferanten, Taxen, Pizzadienste, sollen also künftig durch Poller an der Zufahrt in die Fußgängerzone gehindert werden. „Auch in größeren Städten“, meinte da etwa das linke Ausschussmitglied Moritz Hauschild, „kann morgens bis um zehn Uhr ausgeliefert werden“.

Wo genau die Poller im Boden versenkt werden sollen, wir die Verwaltung nun also ausarbeiten. Der Ausschuss vergab dazu den Auftrag. Die Finanzen sind geklärt. Von den 95 000 Euro Gesamtkosten, so die Verwaltung, werden 66 500 Euro durch bereits bewilligte Fördermittel gedeckt. 28 500 Euro trägt die Stadt Greven.

Zu klären werden die Ausnahmen sein. Denn natürlich müssen Notdienste, Polizei, Feuerwehr, Anlieger einen „Schlüssel“ besitzen, um jederzeit die Poller im Boden zu versenken“. Für alle, die doch mit vier Rädern in der Fußgängerzone unterwegs sein müssen, enthält die Verwaltungsvorlage eine wichtige Einschränkung: „Sonder- und Ausnahmegenehmigungen sollten dabei nur bei Härtefällen erteilt werden.“

Leider, hieß es im Ausschuss, könnten die Sperren nur Autos blocken. „Radfahrer“, so Moritz Hauschild, „vermutlich nur in betrunkenem Zustand.“

Nur durch Kontrollen, glaubt Olaf Pochert, lasse sich daran etwas ändern. Aber dafür wäre – weil es um fließenden Verkehr geht – die Polizei zuständig. Und die habe dafür keine Kapazität.

Im Vorfeld hatte die Verwaltung zwei Umfragen durchgeführt, bei denen zwischen einem Viertel bis zu 50 Prozent der Befragten erklärten, sie fühlen sich von Autofahrern in der Innenstadt belästigt.

An diesen Umfragen nahmen allerdings einmal nur 88 Marktbesucher und 54 Online-Teilnehmer teil. Eine repräsentative Differenzierung der Ergebnisse ist bei einer solchen Gruppe nicht möglich.

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