Jubiläums-Konfirmation
Als Auswendiglernen Trumpf war

Reckenfeld -

Für manche ist die Jubel-Konfirmation ein erstes Wiedersehen nach langer Zeit – und manchmal hat die Zeit Lücken gerissen in der Gruppe, die vor vielen Jahren gemeinsam in die Gemeinde aufgenommen wurde. Am Sonntag waren wieder einmal evangelische Christen in der Erlöserkirche zusammen gekommen, die vor 65, 60 und 50 Jahren zusammen konfirmiert wurden. Pastor Uwe Völkel feierte mit ihnen und der Gemeinde Gottesdienst.

Sonntag, 10.09.2017, 16:41 Uhr aktualisiert: 11.09.2017, 17:44 Uhr
Die Jubelkonfis aus Reckenfeld und Greven:  Eiserne Konfirmation: Gerlinde Atzler, Helga Polenz, Ruth Wähnelt. Diamantene Konfirmation: Gisela Tumbrink Goldene Konfirmation: Christel Puaschitz, Rosemarie Bechtel, Klaus Agricola, Horst Erling, Renate Möller, Adelheid Claer, Andrea Potzi Perez Lorenzo.
Die Jubelkonfis aus Reckenfeld und Greven:  Eiserne Konfirmation: Gerlinde Atzler, Helga Polenz, Ruth Wähnelt. Diamantene Konfirmation: Gisela Tumbrink Goldene Konfirmation: Christel Puaschitz, Rosemarie Bechtel, Klaus Agricola, Horst Erling, Renate Möller, Adelheid Claer, Andrea Potzi Perez Lorenzo. Foto: Stefan Bamberg

Die größte Gruppe waren die sieben Personen, die „Goldene Konfirmation“ hatten. Nicht alle erkannten sich auf Anhieb, denn in 50 Jahren hat man sich verändert. Aber die alte Nähe war schnell wieder da. Erinnerungen an die Konfirmationsunterrichtsstunden, an das Lernen von Lied- und Bibeltexten wurden beim gemeinsamen Mittagessen wach.

Anders als heute, wo viele unterschiedliche Themen im Konfirmanden-Unterricht diskutiert werden, stand damals in erster Linie das Lernen von Texten aus der Bibel im Vordergrund. Natürlich wurde auch über diese Texte gesprochen. Aber das Auswendiglernen war sehr viel wichtiger als heute.

Die Gruppe der goldenen Konfirmanden, die sich am Sonntag traf, wurde damals von Pfarrer Fritz Esch unterrichtet. Nach den Sommerferien begann der Unterricht, und er dauerte fast zwei Jahre. Die Jugendlichen mussten damals jede Woche zum Unterricht erscheinen. Aber damals hatte man mittags Schulschluss, war spätestens 14 Uhr zu Hause, so dass der Besuch der Unterrichtsstunden am Nachmittag möglich war, anders als heute, wo es eine Art Blockunterricht für die angehenden Konfir-manden am Wochenende gibt.

Pfarrer Esch war beliebt, erinnerten sich die Gold-Konfirmanden, und die Prüfung, die vor der Konfirmation vor einer voll besetzten Kirche stattfand, schafften natürlich alle. „Notfalls half der Pfarrer weiter, er kannte ja die Schwächen seiner Schützlinge“, berichteten die Konfirmanden.

Überhaupt war Esch flexibel. Eine Konfirmandin beispielsweise sollte nach Abschluss der neunten Klasse nach Rheine in die Handelsschule gehen. Da man dort erst am späten Nachmittag Schluss hatte, wäre ein Besuch des Konfirmandenunterrichts schwierig geworden. „Also wurde ich ein Jahr vorgezogen mit der Auflage, alles, was die anderen im Vorjahr gelernt hatten, nachzuholen“, erzählte sie.

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