Sanierung bei AT Abfüllbetrieb
Gläubiger setzen auf Sanierung

Reckenfeld -

Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung des AT Abfüllbetriebes in Reckenfeld (früher Luhns) und der „Mutter“ Thun Produkte GmbH nimmt Fahrt auf.

Freitag, 15.09.2017, 07:17 Uhr
Eigentlich hatte der AT Abfüllbetrieb auf Erweiterung gesetzt: Das Unternehmen hat direkt neben dem bestehenden Werk ein neun Hektar großes Grundstück vom Kreis gekauft. Der Kreis hat den Wald dort bereits abholzen lassen. Keine Auskunft gibt es derzeit zu der Frage, ob das Grundstück bezahlt ist.
Eigentlich hatte der AT Abfüllbetrieb auf Erweiterung gesetzt: Das Unternehmen hat direkt neben dem bestehenden Werk ein neun Hektar großes Grundstück vom Kreis gekauft. Der Kreis hat den Wald dort bereits abholzen lassen. Keine Auskunft gibt es derzeit zu der Frage, ob das Grundstück bezahlt ist.

„Die Gläubigerausschüsse beider Verfahren haben sich zu einer konstituierenden Sitzung getroffen“, informiert Dirk Obermüller von der Wirtschaftskanzlei dhpg in Bonn, der das Eigenverwaltungsverfahren als Sachwalter begleitet. Ein Gläubigerausschuss habe die Aufgabe, das Verfahren zu unterstützen und die Interessen der Gläubiger zu vertreten. „Die Gläubigerausschüsse haben die Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes befürwortet. Beide Geschäftsbetriebe sollen zu diesem Zweck bis zur Vorlage eines Sanierungsplans unter der Aufsicht des vorläufigen Sachwalters uneingeschränkt fortgeführt werden. Derzeit sind keine Maßnahmen vorgesehen, die eine (Teil-)Schließung von Standorten und Geschäftsbereichen zum Gegenstand haben“, heißt es in der Erklärung der Kanzlei.

Der Betriebsrat des AT Abfüllbetriebs in Reckenfeld war nicht zu dieser Gläubigerversammlung eingeladen. „Darüber sind wir enttäuscht, denn das hatte man uns eigentlich zugesagt“, sagt Flaviano Cairo vom Betriebsrat. Im Moment, so Cairo, laufe der Betrieb noch. Allerdings blieben die Kollegen von der Nachtschicht derzeit zu Hause. „Wenn das Lager voll ist, kannst Du nicht produzieren“, sagt er. Das Problem sei, dass der Abnehmer des insolventen AT Abfüllbetriebs die ebenfalls insolvente Thun Produkte GmbH ist. Das werfe rechtliche Probleme auf. Cairo hofft, dass bald geklärt wird, ob die Warenströme wieder fließen können. „In den besten Zeiten mit Thun haben wir 700 000 Flaschen abgefüllt“, sagt der Betriebsrat. „Damit sind die Lagerkapazitäten schnell erschöpft.“ Im Augenblick jedenfalls sei es so, dass die Kollegen der Nachtschicht Überstunden abbauten oder Urlaub nähmen. Cairo: „Die Belegschaft versucht jetzt, der Firma entgegenzukommen, damit die Durststrecke überstanden wird.“

N icht geklärt werden konnte, ob auch der Kreis Steinfurt zu den Gläubigern des AT Abfüllbetriebs gehört. „Der Verkauf eines Grundstücks mit einer Fläche von insgesamt etwa neun Hektar von der Beteiligungsgesellschaft des Kreises mbH an die AT Besitzgesellschaft Greven mbH wurde im Dezember 2016 beurkundet“, bestätigte Kirsten Wessling, Sprecherin des Landrats, dass das Grundstücksgeschäft zustandegekommen ist. Aussagen dazu, ob das Grundstück auch bezahlt wurde, mochte die Sprecherin nicht treffen und verwies darauf, dass Details des Kaufvertrages der Geheimhaltung unterlägen. Man erwarte allerdings nicht, dass der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Steinfurt mbH ein wirtschaftlicher Schaden entstehe.

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