Rathaus-Sanierung
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Greven -

Im Winter ist es kalt, im Sommer viel zu warm, die Fenster sind undicht, bei Regen tropft das Wasser durch die Decke, das Gebäude weist erhebliche Mängel in Sachen Brandschutz auf. Im normalen Leben würde eine solche Immobilie abgerissen und ein Neubau geplant. Das geht beim Grevener Rathaus nicht.

Freitag, 15.09.2017, 07:17 Uhr aktualisiert: 15.09.2017, 16:38 Uhr
 
  Foto: Peter Beckmann

Denn: „Sobald wir etwas verändern wollen, wird das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt“, erklärte Bürgermeister Peter Vennemeyer am Mittwoch im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Also was machen? Dr. Corinna Hilbig, Geschäftsführerin der „Public Sector Project Consultants GmbH“ (PSPC) hat sich im Auftrag der Stadt mit dem Thema Sanierung des Rathauses beschäftigt. Ergebnis: Es ist nicht alleine mit einer Sanierung getan, es muss auch ein zweites Gebäude her.

Denn: Durch den Anstieg der Mitarbeiterzahl in der Verwaltung in den vergangenen Jahren ist ein hoher zusätzlicher Flächenbedarf entstanden. Um diesen Flächenbedarf decken zu können, wird ein zweites Verwaltungsgebäude in der Nähe zum Rathaus erforderlich.

Die Mitarbeiter der PSPC haben gezählt: Mitarbeiter, Arbeitsräume, Besprechungsräume, Teeküchen und so weiter. Es wurden Fragebögen der Mitarbeiter ausgewertet und schließlich der Bedarf für die Zukunft ermittelt. Ergebnis: Ein zweiter Rathausstandort mit einer Nutzfläche von 1590 Quadratmetern muss her.

Das kostet. Die Sanierung und Umgestaltung des bestehenden Rathauses schlägt mit rund elf Millionen Euro zu Buche, der Bau eines zweiten Rathausgebäudes würde rund fünf Millionen Euro kosten – zuzüglich Grundstück.

Ein Vorgehen, mit dem sich Jürgen Diesfeld (CDU) nicht wirklich anfreunden konnte. „Das Rathaus ist als Gebäude nicht mehr zeitgemäß.“ Sein Vorschlag: „Wir bauen ein komplett neues Rathaus, das bestehende wird anders genutzt, das wäre doch wirtschaftlicher.“ Denn bei einem unter Denkmalschutz stehendem Rathaus habe man fast gar keinen Spielraum, die Flächen zu optimieren. Außerdem sei ein Rathaus mit einem zweiten Standort nicht optimal. „Wir müssen deshalb ganz sicher sein, dass wir dieses Projekt nicht an einem einzigen Standort darstellen können.“

Doch Dr. Corinna Hilbig machte da wenig Hoffnung. „Eine andersweitige Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Rathauses ist kaum vorstellbar. Es gibt keinen Markt für solche Objekte.“ Bürgermeister Vennemeyer verdeutlichte zudem: „Die Sanierung des Rathauses ist die wirtschaftlichste Variante.“

Klar ist: Viel verändern lässt sich am Rathaus nicht. „Da bleibt relativ wenig Spielraum“, sagte Dr. Hilbig. Wichtig sei es aber, Einigkeit mit der Denkmalbehörde über eine Umgestaltung des Fensterrasters zu erzielen. „Nur so können wir die Raumzuschnitte optimieren.“

Genutzt werden soll ein zweites Gebäude für den Fachbereich 3 (Soziales, Jugend, Bildung), der momentan im Rathaus an mehreren Stellen und auf der anderen Straßenseite (Jugendamt) angesiedelt ist. „Der Fachbereich hat viel Publikumsverkehr und sollte deshalb zentral gelegen sein“, sagte Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) und erhielt von allen Seiten Zustimmung.

Ob die Stadtverwaltung nun Verhandlungen für den Standort eines Neubaus eines zweiten Verwaltungsgebäudes und zur Sanierung und Modernisierung des Rathauses aufnehmen kann, wird erst im Rahmen der nächsten Ratssitzung (27. September) entscheiden.

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