Wo Daddeln zur Dienstpflicht gehört: Ein Besuch bei ak tronic
Der Spieltrieb als Erfolgsgarant

Saerbeck -

Anderswo kriegt man dafür eine Abmahnung. Wer aber in einem Büro am Steinkreuz 65 arbeitet, der muss immer mal wieder zocken, ballern, daddeln und Gimmicks und Gadgets antesten – während, nicht nach der Dienstzeit. Das ak tronic anders ist als andere Saerbecker Unternehmen, sieht man nicht nur an dem zu Schrott gefahrenen Renn-Auto, das da an der Wand hängt. Einmal durch die Eingangstür gegangen, findet sich der Besucher – wie einst Alice – in eine wundersame Welt und auf einen Schlag in längst verblasste Jugendzeiten wieder.

Freitag, 15.09.2017, 19:30 Uhr
Vier solcher rollender Straßen ziehen sich Hunderte Meter lang durch die Hallen. Rechts: Firmengründer Albert Kaup (links mit Glubschi „Icy Robbe“ und Geschäftsführer Peter Schroer vor der Software-Pyramide, einem Wahrzeichen des Saerbecker Unternehmens. Star Wars werden gleich palettenweise verschoben.Der Hype um die Fidget-Spinner hat sich etwas abgekühlt.
Vier solcher rollender Straßen ziehen sich Hunderte Meter lang durch die Hallen. Rechts: Firmengründer Albert Kaup (links mit Glubschi „Icy Robbe“ und Geschäftsführer Peter Schroer vor der Software-Pyramide, einem Wahrzeichen des Saerbecker Unternehmens. Star Wars werden gleich palettenweise verschoben.Der Hype um die Fidget-Spinner hat sich etwas abgekühlt. Foto: Hans Lüttmann

Spiele für Computer und Konsole, wohin man schaut, Smart Toys, Handyhüllen, Plüschtiere mit riesigen Glubschaugen, Kulis, die angeblich denken können, funktionslose Würfelchen zum Drehen, schalten, anknipsen – wer blickt bei dieser Sortimentsfülle noch durch?

Geschäftsführer Peter Schroer natürlich, der erst mal erklärt, was ak tronic überhaupt macht und ist: „Wir sind bundesweiter Marktführer als Systemdienstleister im Bereich von Computer- und Konsolenspielen; außerdem umfasst unser Sortiment Zubehör für den Mobilfunk und noch allerlei Spielwaren.“

Wichtigstes Standbein des Unternehmens sind mit annähernd 90 Prozent die PC- und Konsolenspiele. (Schroer: „Da ist die größte Musik drin.“) Das sind aber nicht etwa Restposten, sondern lizenziert und neu produziert; und das Geschäft läuft ähnlich wie das mit Taschenbüchern: Gebundene Neuerscheinungen kosten gerne mal 29 oder 40 Euro; da ist vielen Lesern zu teuer, da warten sie auf die wesentlich günstigere Taschenbuchausgabe: „Der Inhalt ist da wie hier derselbe“, sagt Peter Schroer und erklärt, warum er nicht nur ein modernes, computergestütztes Logistiksystem im Betrieb braucht, sondern auch 200 Mitarbeiter, die den Laden am Laufen halten: „Pro Jahr verschickt ak tronic 177 000 Pakete, das sind mehr als 700 an jedem Werktag. 4500 Palette, 1150 Pyramide und 5400 Displays – bei den Zahlen kann einem so schwindlig werden wie diesen Zappel-Spinnern, die im Sommer für einen Riesenwirbel gesorgt und dem Saerbecker Unternehmen bundesweit ganz dicke Schlagzeilen bescherten.

Aber dafür müssen Peter Schroer und sein Team immer auf Zack sein, den Markt beobachten, Messen besuchen und alle verfügbaren Kanäle nutzen: „Ja, wir sind immer auf der Suche nach findigen Produkten, aber der Markt bewegt sich schnell.“

Peter Schroer setzt als nächstes unter anderem auf die Pop-Socket, eine Art Haltegriff fürs Handy, der ein neuer Hit werden könnte. Natürlich nicht von alleine; ohne Werbung läuft auch auf diesem Markt nicht, deshalb gibt ak tronic jedes Jahr rund eine Million Euro für Marketing-Aktivitäten aus. Und der Erfolg hat wieder mal Luxusproblem-Qualität: „Beim Pop Socket kommen wir mit dem Liefern der Nachfrage kaum noch hinterher.“

Zum Thema

Wer mehr über das Unternehmen erfahren möchte, sich für die Firmengeschichte, Produkte und Marken interessiert, wird hier spielend schlauer: www.aktronic.de

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