Trommeln mit Musikprofessor
Kinder aus der Reserve gelockt

Greven -

Wundersame Klänge waren in der Gesamtschule Greven zu hören, dazu Schülerstimmen, die rhythmisch „Kafa Koto Ba Alaba“ sangen. Das konnte nur eins bedeuten: Morphius Eurapson-Quaye war wieder da, um mit Kindern der Jahrgangsstufe sechs zu singen und zu trommeln.

Montag, 02.10.2017, 15:37 Uhr aktualisiert: 02.10.2017, 15:40 Uhr
Morphius Eurapson-Quaye nahm die Kinder mit in die faszinierende Welt westafrikanischen Musik.
Morphius Eurapson-Quaye nahm die Kinder mit in die faszinierende Welt westafrikanischen Musik.

Der inzwischen 68-jährige Musikprofessor im Ruhestand war 2013 das erste Mal an der Gesamtschule Greven und lehrte früher in Winneba/Ghana westafrikanische Musik. Schon seit vielen Jahren kommt er immer wieder zu Besuch nach Deutschland, um in Form von Workshops Unterricht im Trommeln zu erteilen. Mit dem Entgelt gründete er in privater Initiative das „Centre for Talent Expression“, ein Ausbildungszentrum für junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Schule besuchen konnten oder ohne Ausbildung sind. Denn in Ghana ist jegliche Ausbildung – von der Grundschule bis zur Universität – kostenpflichtig.

Junge Männer und Frauen bekommen im Centre die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren und damit die Chance, eine Lebensperspektive zu entwickeln. In diesem Sommer wurden die Räume um ein Internatsgebäude erweitert, sodass auch Jugendliche aus entfernteren Regionen das Angebot nutzen können.

„Ich kenne Morphius seit 13 Jahren und freue mich immer wieder, wie er die Schülerinnen und Schüler zu begeistern weiß. Seine Idee, ein Ausbildungszentrum zu gründen, kenne ich von der ersten Minute und finde beachtlich, mit welcher Hingabe und Ausdauer und auch mit welchem Erfolg er sich für sein Ausbildungszentrum einsetzt“, berichtete die Musiklehrerin und Initiatorin des Musikprojekts, Claudia Sandhop.

Und waren es auch für europäische Ohren zunächst fremd anmutende Klänge, so gelang es dem Professor, der ausschließlich Englisch sprach, doch mehr und mehr, die Kinder mitzunehmen nach Afrika.

Mit viel Fingerspitzengefühl, Witz, Authentizität und Ausdrucksstärke überzeugte er und lockte auch die letzten Kinder aus der Reserve. Hoch konzentriert und voller Energie ließen sie sich über das Klingeln hinaus mitnehmen in die faszinierende Welt westafrikanischen Musik.

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