Bäckermeister Holthaus erklärt
Ein gutes Brot braucht Zeit

Reckenfeld -

Brot ist nicht Brot. Wer weiß das besser als ein Bäckermeister? Franz-Josef Holthaus erklärte jetzt der Reckenfelder Kolpingfamilie, worauf es ankommt.

Montag, 16.10.2017, 22:08 Uhr aktualisiert: 16.10.2017, 22:10 Uhr
Bäckermeister Franz-Josef Holthaus erläuterte die Zusammensetzung des Weizenkorns, der Grundlage des Brotes.
Bäckermeister Franz-Josef Holthaus erläuterte die Zusammensetzung des Weizenkorns, der Grundlage des Brotes.

Auf Einladung der Kolpingsfamilie Reckenfeld kamen viele Gäste ins Pfarrheim, um sich von Bäckermeister Franz-Josef Holthaus in die Geheimnisse des Brotes einweihen zu lassen. Zunächst gab es Informationen vom Vorsitzenden Thomas Waldner: Jeder Bundesbürger isst im Jahr durchschnittlich 85,3 Kilogramm Brot. Seit rund 2000 Jahren gibt es Brot – das erste war vermutlich ein Fladenbrot.

Vom Back-Profi erfuhren die Besucher dann: Ein gutes Brot benötigt von der Vorbereitung bis zur Fertigstellung drei bis vier Stunden. Alles, was schneller geht, gehe zu Lasten des Geschmacks. Das im Münsterland beliebte Pumpernickel benötige zur Herstellung sogar um die 20 Stunden, erklärte Holthaus. Es werde jedoch mehr gekocht als gebacken. Im Münsterland sei der Boden für Weizenanbau nicht geeignet, daher sei einst viel Roggen angebaut worden, aus dem dann das Pumpernickel entstanden ist.

Ein Weizenbrot – für Holthaus das Brot der Könige – gelingt am Besten mit 1000 Gramm Weizenmehl, dazu ein halber Würfel Hefe und 650 bis 700 ml Wasser, bei rund 25 Grad. Zum Gehenlassen müsse dem Teig dann genügend Zeit gegeben werden. Ein Roggenmischbrot mit 750 Gramm Weizen, 250 Gramm Roggen, 22 Gramm Salz, 50 Gramm Butter, 50 Gramm Quark (und eventuell einem Ei) gelingt sicher, führte Holthaus aus. Auch hier gelte: Zeit lassen, denn mit der Zeit entwickeln sich die Aromen.

Werde für ein Weizenbrot ein Vorteig vorbereitet (200 Gramm Weizenmehl und 100 Milliliter Wasser, eine Nacht im Kühlschrank), so entstehe ein traumhaftes Ergebnis, wenn am nächsten Morgen noch 800 Gramm Weizenmehl, Wasser und Salz hinzugegeben werden.

Zum Ende des Vortrags durften die Zuhörer noch einige Leckereien aus Brotteig kosten, die Franz-Josef Holthaus zuvor vorbereitet hatte. Zum guten Schluss versuchten einige Zuhörer, dem Bäckermeister noch weitere Geheimnisse für die Herstellung des perfekten Brotes zu entlocken.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5227014?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker