Tafel-Aktion
Enorme Hilfsbereitschaft

Greven -

Konserven und Kaffee, Öl und Margarine: die ehrenamtlichen Helfer der hiesigen Tafel des Caritasverbandes bezogen am Samstag Stellung vor insgesamt fünf ausgewählten Supermärkten und Discountern. Im Regen baten sie um Sachspenden. Das Ergebnis: viele volle Kisten.

Montag, 23.10.2017, 05:54 Uhr aktualisiert: 23.10.2017, 16:29 Uhr
Vor fünf Lebensmittelmärkten baten die Mitarbeiter der Tafel um Lebensmittelspenden. Die Resonanz war enorm.
Vor fünf Lebensmittelmärkten baten die Mitarbeiter der Tafel um Lebensmittelspenden. Die Resonanz war enorm. Foto: keb

„Sie sehen es ja selber“, sagt Ingrid Koling, als sie am Samstagvormittag vor dem Aldi-Markt an der Kardinal-von-Galen-Straße steht. Dort hat sie sich postiert, mit einem jungen Helfer, ein paar Einkaufswagen und großen Kisten. Auf einem eigens gebasteltem Schild ist zu lesen: „Bitte kaufen Sie heute ein Teil mehr für die Tafel.“

Das ist auch schon das Motto der Aktion – ein Teil mehr bei jedem Einkauf, ein Teil mehr, das den Weg in die Lagerräume und Regale der Tafel-Ausgabestellen im Stadtgebiet findet, wo es aktuell mehr als übersichtlich zugeht und es an den wichtigsten und nötigsten Lebensmitteln fehlt (wir berichteten). Ingrid Koling versucht an diesem mehr als verregnetem Samstagvormittag, nahezu jedem Kunden des Discounters einen Waschzettel an die Hand zu geben, auf dem steht, was der Tafel gerade dringend fehlt: Zucker, Margarine, Nudeln, Reis, Öl, Tomatenmark und Konserven – aber Kaffee geht auch oder etwas anderes.

Ihre Einsatz und ihr Engagement stößt bei der eher offensiven Maßnahme durchaus auf Gegenliebe, die Spendenbereitschaft sei spürbar, „das wird überwiegend positiv aufgenommen“, freut sich Koling. Nur einige wenige laufen stumpf an ihr vorbei, noch viel weniger versuchen, zu diskutieren, über Grundsätze und die Politik. Ein Mann will von der Aktion nichts wissen, redet von einer Bundeskanzlerin, die in der Pflicht sei, dafür zu sorgen, dass eine solche Tafel-Aktion erst gar nicht notwendig werde, während er aufgeregt in den Discounter eilt. Ein Einzelfall an diesem Tag. Koling: „Die Leute hier finden die Tafel und diese Aktion gut und helfen.“

Ganz ähnlich sieht es auch auf anderen Seite der Ems aus, wo Angelika Dirting und Torben Holub vor dem Edeka-Markt an der Grimmstraße ausharren und sich über jede Spende freuen. Sie erhalten an diesem nicht nur Sachspenden, auch Geldspenden: „Einigen ist diese Aktion zu umständlich und spenden lieber, einige fünf Euro – einer sogar 50 Euro“, sagt Dirting und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Kunden sagen, durch unsere Aktion sei das Nudel-Regal im Laden schon fast leer.“

Die Bilanz am Ende dieses anstrengenden Tages mit fünf Einsatzorten und vielen, vielen Kisten-Transporten: Vorerst reicht das Angebot der Grevener Tafeln wieder aus, um den Tafel-Kunden mit dem nötigsten zu helfen.

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