Deutsche Uraufführung
Tango mit sakralem Klang

Greven -

Dem Publikum wurde in der bis auf den letzten Platz besetzten St.-Josef-Kirche ein spannendes und mitreißendes musikalisches Erlebnis geschenkt.

Montag, 23.10.2017, 23:00 Uhr aktualisiert: 24.10.2017, 16:09 Uhr
Der Sinfonische Chor begeisterte in der voll besetzten St.-Josef-Kirche.
Der Sinfonische Chor begeisterte in der voll besetzten St.-Josef-Kirche. Foto: Axel Engels

Harald Meyersick hat mit dem „Sinfonischen Chor Greven“ schon wiederholt das Kulturleben weit über die Grenzen Grevens um eine inspirierende Facette bereichert, dabei große Professionalität und künstlerische Größe bewiesen.

Ob Karl Jenkins „The armed man“, sein „Stabat Mater“ oder eben vor zwei Jahren Martin Palmeris „Misa Tango a Buenos Aires“. Dies war so erfolgreich, dass der Chor sie zusammen mit Chören aus aller Welt im Großen Konzertsaal in Wien aufführte, danach sogar zur Welturaufführung von Martin Palmeris „Tango Credo“ ins New Yorker Lincoln Center eingeladen wurde.

Als besondere Ehrung für Harald Meyersick wurde ihm vom Komponisten selber die deutsche Uraufführung dieses bedeutsamen Werkes anvertraut, und so kam das Publikum an diesem Nachmittag zu einem einzigartigen Genuss.

Zum Sinfonieorchester Münster hat Harald Meyersick beste Kontakte seit seinem Studium an der Musikhochschule Detmold, Abteilung Münster. Ein feinsinnig zusammengestelltes Streicherensemble aus Mitgliedern dieses Orchesters, unterstützt durch die Pianistin Risa Kobayashi und den renommierten Bandoneonspieler Stephan Langenberg, gaben den instrumentalen Grund, auf dem sich die Stimmen des „Sinfonischen Chor Greven“ sowie der beiden Solistinnen bestens entfalten konnten.

Schon nach den ersten Tönen der „Misa Tango a Buenos Aires“ war man von der besonderen Stimmung dieses sakralen Werkes gefangen. Die versierte Dirigierkunst von Harald Meyersick, der stimmige Dialog zwischen Orchester und Chor sowie die ausdrucksstarke Stimme der Mezzosopranistin Lisa Wedekind gaben jedem einzelnen Teil dieses von der Leidenschaft und Melancholie des Tangos Nuevo bestimmten Werkes ein bis ins kleinste Detail adäquates klangliches Gewand.

Die lyrisch inspirierte Musiksprache des Komponisten mit ihrer Gefühlstiefe wurde von Lisa Wedekind mit sensibel eingesetzter Dramatik und klarer Melodiegestaltung umgesetzt, harmonierte die sympathische Sängerin bestens mit dem „Sinfonischen Chor Greven“. Diese Interpretation des fesselnden Werkes schenkte dem Publikum einen Ort der Ruhe und Besinnung, genoss man die in farbenreiche Musik gesetzte Glaubensaussage des Werkes.

Auf hohem künstlerischen Niveau erklang danach das „Tango Credo“ von Martin Palmeri. Kunstvoll ließ die Sopranistin Dorothea Brandt ihre klare Stimme über dem Chorgesang schweben, reagierten alle Beteiligten ganz direkt auf die einfühlsamen Impulse von Meyersick.

Die besondere Klangfarbe des Bandoneons von Stephan Langenberg harmonierte perfekt mit den anderen Instrumenten, seine mitreißende Melodieführung bestach ebenso wie die punktgenaue Klavierbegleitung von Risa Kobayashi.

Für die solistischen Partien hätte man sich keine passendere Besetzung wünschen können als Dorothea Brandt, denn sie konnte all ihre Kunstfertigkeit in die dramatischen Passagen legen.

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