Knatsch um Kunstrasenplätze
„Äpfel mit Birnen verglichen“

Reckenfeld -

Greven 09 hat den Knatsch um die geplanten Kunstrasenplätze losgetreten. Die 09 fürchten ungleiche Behandlung. SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen kontert.

Mittwoch, 25.10.2017, 08:05 Uhr aktualisiert: 25.10.2017, 15:49 Uhr
 
  Foto: Wilfried Gerharz

„Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.“ Der Vorsitzende des SC Reckenfeld, Andrew Termöllen, ärgert sich über den SC Greven 09. Wie berichtet, hatte der Vorstand von 09 über eine Bevorzugung der Reckenfelder und der DJKler geklagt, weil die beiden Vereine neue Kunstrasenplätze bekommen sollen. Man selbst habe einen solchen Platz vor einigen Jahren selbst bezahlt, so die Argumentation. Da sei es ungerecht, wenn andere nun umsonst in den Genuss eines solchen Platzes kommen würden.

Eine völlig falsche Interpretation der Tatsachen sei das, sagt Termöllen – möglicherweise der Tatsache geschuldet, dass 09 in wichtigen Gesprächen zum Sportstättenbedarfsplan durch Abwesenheit geglänzt habe. Umso schlimmer sei es, dass der Verein mit „Heulschreiben“ möglicherweise die Arbeit von zehn Jahren gefährde, die es gebraucht habe, um den Umzug des SCR an den Wittlerdamm zu bewerkstelligen.

Zur Erinnerung: Der SCR gibt seine Sportflächen in der Ortsmitte auf, damit dort ein neues Wohnviertel entstehen kann. Die Stadt kann dann die Grundstücke vermarkten. Im Gegenzug bekommt der SCR am Wittlerdamm, wo es bereits einen Sportplatz gibt, ein neues Sportzentrum. „Das ist das Prinzip linke Tasche, rechte Tasche“, erläutert Termöllen, dass die Stadt bei dem Deal unterm Strich gewinnen wird. Dass am neuen Standort statt des alten Tennenplatzes ein Kunstrasen angelegt werde, sei einfach zeitgemäß. „09 hätte ja auch wie wir bis heute auf Schlacke spielen können.“ Dass der Grevener Verein damals einen Kunstrasenplatz angelegt habe, sei dessen eigene Entscheidung gewesen. Termöllen. „Bei uns geht es um anderes als ums Aufhübschen.“

Völlig einverstanden ist Termöllen allerdings mit der 09-Forderung, bei den Verträgen über die Bewirtschaftung der Sportanlagen müsse Gleichberechtigung herrschen. Wie es damit künftig am Wittlerdamm aussieht, darüber werde noch verhandelt. Der SC 09 jedenfalls, der sich selbst um die Pflege kümmere, bekomme dafür rund 90 000 Euro jedes Jahr aus Steuergeldern – seit 2002. „Wenn ich die bekomme, würde ich mit halb totlachen.“

Trotz dieser kritischen Töne – Termöllen liegt sehr an einem einvernehmlichen Verhältnis zu den Fußballern von 09. „Wir müssen gegenüber Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen“, fordert er und hält es für völlig falsch, wenn sich die Sportler auseinander dividieren lassen.

Das sieht auch Stephan Bothe, Präsident der DJK Blau-Weiß Greven, so. „Wir müssen gemeinsam auftreten.“ Eine wichtige Rolle kommt seines Erachtens dabei dem Stadtsportverband zu, der sich derzeit neu aufstellt. „Die Zusammenarbeit muss gefördert werden.“

Die Kritik der 09er jedenfalls kann auch er überhaupt nicht nachvollziehen. „Auch wir haben viel Geld in das SportCentrum Emsaue und in die neuen Tennisplätze gesteckt.“ Und auch die jährlichen Zuschüsse für Greven 09 seien schließlich städtische Zuschüsse. „Jeder Verein bringt sich auf seine Weise in die Sportstätten-Entwicklung ein.“

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