Ehrenamtliche Helfer
Sprachkurs mit Babys

Greven -

Flüchtlingsfrauen mit kleinen Kindern sollen auch Deutsch lernen. Im Katharina von Bora Haus der evangelischen Gemeinde Grevens geht das.

Dienstag, 24.10.2017, 17:45 Uhr aktualisiert: 24.10.2017, 17:50 Uhr
Etwas müde wirkt der kleine Ferian, dabei muss seine Mutter Mais Deutsch lernen. Gisela Wermeling und Friedhelm Meyer im Hintergrund helfen dabei.
Etwas müde wirkt der kleine Ferian, dabei muss seine Mutter Mais Deutsch lernen. Gisela Wermeling und Friedhelm Meyer im Hintergrund helfen dabei. Foto: bn

Ferian ist neun Monate alt. Er sitzt schläfrig auf dem Arm seiner Mutter Mais im Katharina-von-Bora-Haus, die Deutsch büffeln muss. Zweimal in der Woche treffen sich im evangelischen Gemeindezentrum Flüchtlingsfrauen, die an den offiziellen Sprachkursen nicht teilnehmen können, weil sie kleine Kinder haben.

Gisela Wermeling hat 32 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet. Genau die richtige Vorbereitung für ihr Ehrenamt, sagt sie in dem Gemeinderaum, in dem Frauen aus vielen verschiedenen Nationen lernen: „Ich versuche, das auf einem sehr niedrigen Niveau zu machen.“

Afghaninnen, Syrerinnen, Irakerinnen, aber auch eine Russin mit armenischen Wurzeln drängen sich an den Schultischen. „Manche“, sagt Wermeling, „haben gar keine Schulbildung gehabt“. Andere haben selbst studiert. Wie Hasmik Hovakimyan. Sie schreibt Armenisch und Russisch fließend – aber Deutsch muss sie jetzt nachholen. „Eigentlich ist es nicht schwer“, sagt die Mutter von zwei Kindern, die in ihrer Heimat Klavierlehrerin war.

Während sich neben Gisela Wermeling noch Friedhelm Meyer und Klaus Dunau um die Sprachschüler kümmern, werden die Kinder eine Etage über ihnen von zwei Ehrenamtlichen betreut. Nur manchmal, wenn die Babys zu viel quengeln, werden sie zu den Müttern gebracht.

„Mir macht das Spaß“, sagt Gisela Wermeling, „die Teilnehmerinnen kommen mit großem Lerneifer“.

Und neben der Sprache geht es auch um Kulturtechniken. Zehn der Frauen lernen derzeit im Bildungs- und Gesundheitszentrum Schwimmen. Auch wenn sie in ihrer Heimat nie schwimmen würden. Wermeling: „Schwimmen sollte jeder Mensch können.“

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