Reckenfelder Jugendliche drehten
Filmspaß mit Hintergrund

Reckenfeld -

Einen eigenen Film drehen? Kein Problem für 14 Jugendliche, die an einem Filmprojekt der offenen Jugendarbeit teilnahmen.

Montag, 30.10.2017, 06:13 Uhr aktualisiert: 02.11.2017, 15:22 Uhr
Das ist spannend: Die Jugendlichen schauen sich das Ergebnis der Arbeit an und sind recht zufrieden. Trotzdem ist es wohl ein komisches Gefühl sich, selbst in einem Film zu sehen..
Das ist spannend: Die Jugendlichen schauen sich das Ergebnis der Arbeit an und sind recht zufrieden. Trotzdem ist es wohl ein komisches Gefühl sich, selbst in einem Film zu sehen.. Foto: Rosemarie Bechtel

Selbstkritisch betrachten 14 Jugendliche das, was sie selbst geschrieben, dargestellt und gefilmt haben. Zum vierten Mal bot die offene Jugendarbeit ein Filmprojekt an, bei dem die Teilnehmer alles selbst in die Hand nehmen müssen.

Mit dem Ergebnis sind die Jugendlichen zufrieden. Das, was da filmisch von Kameramann Benni festgehalten wurde, wird kritisch betrachtet. „Konntet Ihr euch in euren Rollen ertragen?“, fragt Mattes Koormann der das Filmprojekt wieder begleitete. „Es ist komisch sich selbst im Film zu sehen“ so Nina. „Als Straßenkind kennt man sich ja selbst nicht“, sagt Vivien, die neben Lotta und Frieda eines der Mädchen spielt, die auf der Straße leben.

Pierre spielt einen Lehrer, der beim Mobbing in der Schule einfach weg schaut und jetzt seinen Schüler ebenfalls auf der Straße antrifft. Mobbing in der Schule, das ist etwas was schon alle fast einmal mitbekommen haben. Marcel findet sich mit Piercing in der Nase einfach hässlich, Farah fühlt sich in ihrer Rolle als Sozialarbeiterin wohl. Ja, ertragen konnten sich alle in ihrer Rolle, und am Ende bleibt ein deutlicheres Gespür dafür zurück, was sich tagtäglich in unserer Gesellschaft abspielt.

Die Aufgabe dieses Filmprojektes lautete einen sozialen Werbespot zu drehen. Als Themen schlugen die Teilnehmer Mobbing, Drogen häusliche Gewalt vor. Keine leichte Kost die da verarbeitet werden sollte. Und: Vom Drehbuch über die Rollenverteilung, Maske und Dreh mussten sich die Teilnehmer alles selbst erarbeiten. Der Filmtitel lautete: „Erst mal zu Jessica“.

Denn Jessica Bellmann ist im Ort in der Jugendarbeit tätig und Ansprechpartnerin für Kinder und Jugendliche. Mattes Koormann, der das Filmprojekt begleitet, zeigte sich von der Disziplin und Motivation der Teilnehmer und deren Engagement begeistert. „Von zwei Drehtagen hätten wir nur einen gebraucht. Manche Szenen hätten wir schon bei den Proben direkt drehen können.“

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Das war so lebendig, als ob ich die ganze Zeit dabei gewesen wäre“, lobt Jessica Bellmann die sich die einzelnen Szenen mit anschaut. Und noch etwas nehmen die Teilnehmer mit: Mobbing, häusliche Gewalt, Drogen – all das kommt im Alltag immer häufiger vor.

„Man kann alles klären, und sich Hilfe holen“, so Farah.

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