Kommentar zum Reformationsgottesdient
Kritik zugelassen

Beeindruckend, wie viele Leute – verschiedener Konfessionen – im Ballenlager 500 Jahre Reformation gefeiert haben.

Donnerstag, 02.11.2017, 15:21 Uhr aktualisiert: 08.11.2017, 09:57 Uhr
Mixed Voices beim Reformationsgottesdienst. 
Mixed Voices beim Reformationsgottesdienst.  Foto: Stefan Bamberg

Etwas schade einzig: Die ausgewählten Gemeindelieder waren eher Insidertipps. Wo doch schon mal so viele da waren, hätte man mit bekannterer Playlist vielleicht noch stärker begeistern können.

Auf alle Fälle aber dürfen sich die engagierten Planer auf die Schulter klopfen. Sie haben ihren Reformator gewürdigt: für Mut, Intellekt, den Kampf gegen Gottesfurcht und organisierte Kirchen-Kriminalität. Neben all dem Jubel wurden jedoch auch Luthers Schattenseiten erfreulich selten vergessen: seine unsäglichen antisemitischen Ausfälle. Dass er nicht nur so hübsche Vokabeln wie „Machtwort“ oder „Lückenbüßer“ kreierte, sondern auch den Begriff des Bauernopfers prägte.

Grevens und Reckenfelds Protestanten haben sich auf Diskussionen ein- und Kritik zugelassen. Und damit die coolste Luther-Botschaft überhaupt beherzigt: die Freiheit des Menschen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

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