Grevener Aulakonzert
Feinste Kammermusik

Greven -

Ah Ruem Ahn war kurzfristig eingesprungen. Aber die aus Südkorea stammende Pianistin meisterte das Programm des Aulakonzerts bravourös.

Mittwoch, 15.11.2017, 13:01 Uhr aktualisiert: 15.11.2017, 15:35 Uhr
Perfekter Dialog: Das Qunst.Quintett und die Pianistin Ah Ruem Ahn.
Perfekter Dialog: Das Qunst.Quintett und die Pianistin Ah Ruem Ahn. Foto: Axel Engels

Den Namen Ah Ruem Ahn muss man sich nach ihrem exquisiten Musizieren beim Grevener Aulakonzert sicherlich merken. Sie war ganz kurzfristig für die Pianistin Katharina Koval „eingesprungen“, musste sich in drei Probetagen in das anspruchsvolle Programm des Qunst.Quintett einarbeiten. Dass ihr dies so gut gelungen ist, spricht für die Qualitäten der aus Südkorea stammenden Musikerin, die bei ihrem Debüt 2013 in der New Yorker Carnegie Hall für Aufsehen sorgte.

Auch in Greven hat die Pianistin überzeugt. Beim überaus anspruchsvollen „Sextett FP 100 für Bläserquint und Klavier“ von Francis Poulenc zeigte sie ganz viel Gefühl für die differenzierten dynamischen Abläufe und setzte bei den schnellen Ecksätzen ihre Virtuosität mit Akribie und Feingefühl ein. Auch beim Höhepunkt des Konzertes, dem „Quintett Es-Dur op. 16 für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott“ aus der Feder Ludwig van Beethovens wusste sie den anspruchsvollen Klavierpart mit Bravour zu spielen. Perfekt gelang der Dialog zwischen den Musikern. Besonders der langsame Satz mit seiner lyrisch poetischen Ausrichtung war wie eine Lehrstunde feinsten kammermusikalischen Musizierens. Die zwischen den Instrumenten dezent weitergegebenen Melodien konnten bei solch exquisiter Ausführung ihren ganzen Glanz entfalten.

Aber auch die rein dem Bläserensemble vorbehaltenen Werke des Konzertes waren so ganz nach dem Geschmack des Publikums ausgewählt. Die „Fantasie f-Moll KV 608“ von Wolfgang Amadeus Mozart fasste das Qunst.Quintett mit Alexander Koval, Querflöte, Julia Obergfell, Oboe, Martin Fuchs, Klarinette, Raphael Manno, Horn, und Johannes Hund am Fagott sehr differenziert und stilistisch adäquat auf. Dieses von Ulf Guido Schäfer arrangierte Werk – ursprünglich ja für eine Orgelwalze geschrieben – erschien in seinem Kontrastreichtum wie für ein Bläserquintett geschrieben. Über den großen Teich in die Musikwelt des Samuel Barber ging es mit seiner „Summer Music op. 31“. Fast sommerliche Klänge zauberte das Qunst.Quintett aus diesem angenehm zu hörenden Werk, genoss man die Farbenpracht und Leichtigkeit dieser Musik. In die elegante Welt des Mannheimer Komponisten Franz Danzi ging es mit seinem „Bläserquintet g-Moll op. 56,2“ von Franz Danzi. Mit wunderbar ausgespielten ruhigen Melodien verzauberte besonders das Andante.

Dieses Aulakonzert hat sicherlich das Publikum begeistert, es zeigte Abwechslungsreichtum und Musizieren auf ganz hohem künstlerischen Niveau. Da darf man gespannt sein auf das festliche Adventskonzert mit dem Knabenchor Dortmund am 10. Dezember um 17 Uhr in der Josefskirche. Chormusik findet ja immer ein aufgeschlossenes Publikum in Greven, und dieser Chor verspricht eine stimmungsvolle Einstimmung auf die Weihnachtszeit mit Liedern und Chorsätzen vom Barock bis zur Klassik.

Axel Engels

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