Nach grünem Licht aus Düsseldorf
Vorfreude auf G9-Comeback

Greven -

Die Landesregierung will „G8“, also das Abitur nach acht Jahren, abschaffen und wieder eine neunjährige Gymnasialzeit einführen. Dr. Volker Krobisch, Leiter des Grevener Gymnasiums, vermutet für diese Pläne eine große Unterstützung in seiner Lehrer- und Elternschaft.

Donnerstag, 16.11.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 16.11.2017, 07:57 Uhr
Voraussichtlich werden Schüler, die 2019 oder später am Gymnasium angemeldet werden, wieder in neun (statt bisher acht) Jahren zum Abitur geführt. An der Schule gebe es eine große Mehrheit für dieses Vorhaben der Landesregierung, berichtet Schulleiter Dr. Volker Krobisch.
Voraussichtlich werden Schüler, die 2019 oder später am Gymnasium angemeldet werden, wieder in neun (statt bisher acht) Jahren zum Abitur geführt. An der Schule gebe es eine große Mehrheit für dieses Vorhaben der Landesregierung, berichtet Schulleiter Dr. Volker Krobisch. Foto: Oliver Hengst

Die NRW-Gymnasien können sich auf die Rückkehr von G9 vorbereiten, hieß es gestern in dieser Zeitung. „Vorbereiten – und erstmals freuen“, sagt Schulleiter Dr. Volker Krobisch zur Stimmungslage am Augustinianum. „Bei Eltern und Schülern gibt es eine übergroße Mehrheit für die Widereinführung von G9. Ich habe auch ein – sagen wir mal – deutliches Gefühl, was das Meinungsbild des Kollegiums angeht.“ Auch dort gehe er von einer klaren Präferenz für G9 aus, wolle dies jedoch in Kürze nochmals konkret abfragen, „damit wir ganz sichere Aussagen zu unserer Zukunft treffen können.“

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In vielen Gesprächen mit Eltern, Schülern, Gremienvertretern und Kollegen sei immer wieder zum Ausdruck gekommen, dass die Rückkehr zu G9 von einer sehr großen Mehrheit gewünscht werde, sagt Krobisch. „Auch ich persönlich begrüße das ausdrücklich“, sagt er zu den Plänen der neuen Landesregierung. „Weil es einen Beschluss korrigiert, der im Wesentlichen aus nicht-pädagogischen Gründen gefallen ist.“ Die Einführung von G8 sei vor allem aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen erfolgt und wohl auch dem Wettbewerb der Länder geschuldet. „Aus pädagogischer Sicht spricht deutlich mehr gegen G8 als dafür.“

Die Ermunterung des Landes, nun die Vorbereitungen aufzunehmen, sind das eine – detaillierte Infos über die konkrete Ausgestaltung das andere. Letztere erhofft sich Krobisch von einer Schulleiterdienstbesprechung am 23. November. „Im Moment könne wir noch gar nichts tun.“ Jeder Schritt, den man nun unternehme, könne sich im Nachhinein als voreilig erweisen.

Klar scheint aber schon jetzt zu sein, dass man sich auf mehr Lehrpersonal einstellen muss, wenn demnächst ein weiterer Zug mit voraussichtlich fünf Klassen hinzukommt. Dann werde die Schule rund 1250 bis 1300 Schülern haben. „Ich glaube, das gibt das Gebäude schon her“, sagt Krobisch, wenn man bedenke, dass die Schule auch schon mal rund 1600 Schüler hatte.

Mit Gegenwind der Stadt rechnet Krobisch nicht: „Ich gehe davon aus, dass der Schulträger eine Entscheidung der Schulkonferenz, so diese denn notwendig ist, respektieren würde. Das ist im Sinne des Schulfriedens eine vernünftige Lösung.“ Einen expliziten Beschluss müsste die Schulkonferenz nicht mal fassen. Wenn sich die Schule nicht rührt, tritt schlicht der Regelfall ein: Der heißt in NRW künftig G9. Anders wäre es, wenn man sich bewusst für die Beibehaltung von G8 aussprechen wollte. Dafür müsste es in der Schulkonferenz eine Zweidrittel-Mehrheit geben. „Diese Mehrheit sehe ich nicht“, erwartet Krobisch kein solches Votum.

Auch wenn das Gymnasium zu G9 zurückkehre, sieht er keine Konkurrenz zur Gesamtschule, an der Schüler ebenfalls das Abi nach neuen Jahren bauen können. „Greven wächst, ich sehe da in keiner Weise einen Konflikt aufkommen.“ Anders wäre es, wenn die Schülerzahlen dramatisch zurückgehen würden – dies sei in Greven aber gerade nicht der Fall. „Es gibt in Greven weiter genug gymnasial geeignete Schüler, die sich für die eine oder die andere Schule entscheiden können.“

Die NRW-Landesregierung hat, wie berichtet, beschlossen, G9 (also das Abi nach neun Jahren Gymnasium) ab dem Schuljahr 2019/20 wieder zum Regelfall zu machen. Die ersten davon betroffenen Kinder wären somit die jetzigen Drittklässler.

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