Volker Hauff im Gymnasium
„Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz“

Greven -

Manchmal kann es fürs Leben prägen, wenn einem fast ein Stein auf den Kopf fällt. Dr. Volker Hauff, Minister a.D., erzählte interessierten Schülern des Gymnasiums auf Einladung des AK Nachhaltigkeit, wie er zur Politik gekommen war.

Mittwoch, 22.11.2017, 12:10 Uhr
Einer der Erfinder des Nachhaltigkeits-Begriffes: Dr. Volker Hauff, ehemaliger Forschungs- und späterer Verkehrsminister besuchte das Grevener Gymnasium.
Einer der Erfinder des Nachhaltigkeits-Begriffes: Dr. Volker Hauff, ehemaliger Forschungs- und späterer Verkehrsminister besuchte das Grevener Gymnasium. Foto: Monika Gerharz

Nach dem Abitur hatte er in einem Steinbruch gejobbt. „Plötzlich stieß mich mein Vorarbeiter zur Seite, und schon donnerte ein Riesenbrocken herunter.“ Dieses Einstehen für andere, der Zusammenhalt auf dem Bau hat den jungen Hauff so beeindruckt, dass er schließlich Sozialdemokrat wurde, das Thema Bildungsgerechtigkeit anpackte und am Ende Herausgeber des Brundtlandberichts war, der „Bibel“ für alle Nachhaltigkeitspolitiker.

1987, vor 30 Jahren, ist dieser Bericht erschienen – und zwar im Eggenkamp Verlag in Greven. Grund genug für Hauff, am Dienstag in der Emsstadt Station zu machen. Vor einem großen Workshop in der GBS (wir berichten morgen) besuchte er die Schüler, die seine Enkel sein könnten, und ließ sich von ihnen nicht nur zur Biografie, sondern auch zur Sache befragen. Ein Beispiel? Ist es nicht ein Widerspruch, dass die Mitglieder der Brundtland-Kommission mit dem Flugzeug anreisten? Gewiss, gab der Minister a.D. zu. Aber fliegen sei nicht immer zu vermeiden. „Aber es ist zu billig, viel zu billig!“ En passent gab er denen einen mit, die von Umweltschutz reden, aber dicke SUVs fahren, v erwies aber auch auf Erfolge. „Ab 2018 fahren die Fernzüge der Bahn mit CO²-frei erzeugtem Strom.“ An die Schüler appellierte er im Übrigen, Nachhaltigkeit umfassend zu sehen, auch ökonomisch und sozial. Das sei mit dem Brundtlandbericht gelungen – in erster Linie, weil man nicht fertige Antworten geliefert, sondern einen Prozess in Gang gesetzt habe, der zu den Klimakonferenzen von Rio bis Bonn geführt hat. Hauff: „Das Thema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

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