Märchen aufgebunden
Feen und hartherzige Prinzessinnen

Ute Habrock hat so eine Art, Märchen zu erzählen, man kann sich die Feen direkt vorstellen. So hören im Pfarrheim von Reckenfeld.

Mittwoch, 22.11.2017, 23:35 Uhr aktualisiert: 22.11.2017, 23:40 Uhr
Ausdrucksvolle Märchenerzählerin: Ute Habrock im Pfarrheim St. Franziskus.
Ausdrucksvolle Märchenerzählerin: Ute Habrock im Pfarrheim St. Franziskus. Foto: Axel Engels

Märchen begeistern immer, zumal wenn sie so lebendig und fesselnd erzählt werden wie am Dienstagabend im stimmungsvoll hergerichteten Saal des Katholischen Pfarrheims am Kirchweg. Es ist schon eine liebgewordene Tradition, dass Ute Habrock in dieser sehr persönlichen Atmosphäre ihre Kunst auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes präsentiert.

Auch in diesem Jahr hatte sie besonders schöne Märchen mitgebracht, von denen man sich gerne durch die Zeit in ganz andere Welten entführen ließ. Mit Akribie und Feinsinn hatte Ute Habrock aus der großen Schatzkiste ihres Repertoires unter dem Titel „Es war einmal“ eher unbekanntere Märchen ausgesucht, die sicherlich ein Nachlesen wert sind.

Mit „Der Hasenhüter“ von Ludwig Bechstein ging es direkt in die von Liebe, Intrigen und Verwirrungen bestimmte Geschichte vom jungen Schäfer, der sich in die hartherzige Prinzessin verliebt hat. Mit der „Eroberung“ einer Prinzessin hatte auch „Hans Dumm“ zu kämpfen, und natürlich entwickelte sich am Ende alles zum Guten.

Sicherlich eines der interessantesten und an Überraschungen reichsten Märchen schloss sich bei „Der Hirte und die Spinnerin“ aus dem fernen China an, wo himmlische Geschehnisse die Zuhörer faszinierten.

Dem Wirken von Feen im Treiben um die Liebe war der zweite Teil des Abends gewidmet. Mediterranes Flair verbreitete Ute Habrock mit „Die drei alten Schwestern“, ging es doch im prachtvollen Venedig zur Zeit der Dogen gar zauberhaft zu.

„Liebe ist wie ein Rauschmittel, Liebe kann immer passieren“ war Ute Habrocks Leitsatz, und das konnte man auch in den gesammelten Schriften der Brüder Grimm entdecken. Wenn mit Hilfe dreier Feen eine 87-jährige Frau zu einem wunderbaren jungen Mädchen verwandelt wird, dann waren der Fantasie und Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt. Einfach faszinierend war dieser ruhige und besinnliche Abend, bei dem Ute Habrock ganz charmant in die jeweiligen Geschehnisse rund um die Liebe einführte.

Der den Abend abschließende Satz der Märchenerzählerin Ute Habrock entsprang allerdings nicht der Welt der Fantasie. Denn sie versprach, im nächsten Jahr mit anderen Märchen wieder zu kommen und darauf kann man sich schon jetzt freuen.

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