Nachhaltigkeit - Regionalveranstaltung im Ballenlager
Würmer statt Currywurst

Greven/Kreis Steinfurt -

Sind Würmer die Currywurst von morgen? Beim Nachhaltigkeitsforum im Ballenlager durfte man ein Häppchen davon kosten.

Mittwoch, 22.11.2017, 20:34 Uhr aktualisiert: 22.11.2017, 20:49 Uhr

Der Ex-Landrat liebt es drastisch: Ganz harmlos verlockte er bei der Regionalveranstaltung des „LAG 21 – Netzwerk Nachhaltigkeit NRW“ im Ballenlager in Greven zwei Testerinnen aus dem Publikum dazu, einen ganz besonderen Snack zu probieren. „Lecker“, hieß es nach der Verkostung – sogar, als Dr. Thomas Kubendorff, „Botschafter“ von LAG 21, die Auflösung gab: „Das waren Mandeln und Sesamkörner – und Buffalowürmer.“

Die Botschaft der ungewöhnlichen Verkostung: Die Lage an der Umweltfront ist alarmierend. Um Klima, Böden, Pflanzen- und Tierwelt zu schonen, müssen drastische Veränderungen in Kauf genommen werden – auch bei den Ernährungsgewohnheiten. Kubendorff: „Die Buffalowürmer sind die Currywurst von morgen.“

Das Problem: Damit es etwas wird mit der Rettung der Welt, reichen Gesetze, reichen Verbote nicht aus. Um etwas zu bewirken, muss der Einzelne sein Verhalten ändern, und das geht nur, wenn er überzeugt wird.

Genau diese Überzeugungsarbeit hat sich das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ auf die Fahnen geschrieben. Aufklärung und Austausch unter den vielen Initiativen heißen die Zauberworte, und darum ziehen die Verantwortlichen durch die Lande, um die Bürger zu mobilisieren – mit wechselndem Erfolg. „So viele Teilnehmer wie in Greven gab es mit Abstand noch nirgends“, freut sich Ulrich Ahlke, Leiter des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit beim Kreis, über die rund 100 Teilnehmer am Dienstag. Ein Indiz für das ausgeprägte Nachhaltigkeitsbewusstsein im Kreis sei für ihn beispielsweise, dass es in 23 von 24 Gemeinden einen Bürgerwindpark gebe. „In einer Kommune allerdings hat es nicht geklappt – in Greven.“

Doch auch im „Energieland 2050“, wie sich der Kreis Steinfurt gern nennt, gibt es noch viele Baustellen, und viele Teilnehmer am Workshop nutzten bei einem nachhaltigen Buffet die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ahlke ist besonders der Kontakt, den er bei einer Podiumsdiskussion zu Dieter Fühner, Vorstand im Caritasverband Rheine, knüpfen konnte, besonders wichtig. Fühner, Chef von 1500 Angestellten, erläuterte, dass gerade auch für Sozialverbände das Thema Nachhaltigkeit ein großes Thema sei. Tafeln und Sozialkaufhäuser haben mit dem Thema Recycling zu tun, für Pflegedienste sind Elektroautos interessant. „Da steckt großes Potenzial drin“, ist Ahlke überzeugt, dass sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Kreis und Verbänden lohnen wird.

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