Wifo feiert 25-Jähriges
Drei Einkaufstüten Wifo-Geschichte

Greven -

Mit einem Dutzend Unternehmen fing es an. Heute sind 150 Firmen dabei. Seit 25 Jahren gibt es das Wirtschaftsforum Greven. Heute Abend wird gefeiert.

Freitag, 24.11.2017, 15:00 Uhr aktualisiert: 24.11.2017, 16:02 Uhr
Altgediente Wifo-Mitglieder: Gründungspräsident Heinz-Jürgen Schölzke, aktueller Präsident Hans-Georg Hunold und Gründungsmitglied Johann Christoph Ottenjann (v.l.).
Altgediente Wifo-Mitglieder: Gründungspräsident Heinz-Jürgen Schölzke, aktueller Präsident Hans-Georg Hunold und Gründungsmitglied Johann Christoph Ottenjann (v.l.). Foto: Günter Benning

Ordnung muss sein. Johann Christoph Ottenjann schleppt die sauber geordnete Geschichte des Grevener Wirtschaftsforums (Wifo) in drei Einkaufstüten zum Termin. Aktenordner voller Zeitungsartikel. Am heutigen Abend feiert das Wifo 25-jähriges Jubiläum im Ballenlager. Zeit zum Rückblick.

Heinz-Jürgen Schölzke kann dazu viel erzählen. Der ehemalige Banker war 1992 der erste Wifo-Vorsitzende. Zur eigenen Überraschung. „Eigentlich hatte ich erwartet, dass es Willi Beuning machen würde“.

Beuning – genannt Cilla – hatte Grevens Industrielle und Gewerbetreibende eingeladen. Auf Briefpapier mit CDU-Kopf. Es fehle eine Plattform für die Vertretung der Wirtschaftsinteressen, hatte er darin geschrieben. Aber den Vorsitz überließ er dann taktisch schlau Schölzke: „Er sagte mir, du bist einfach überparteilich.“

Nicht einmal zwei Handvoll Interessenten trafen sich damals in der Kroner Heide, um die Marschrichtung auszugeben. Im September stand die Satzung. Zur offiziellen Gründungsversammlung am FMO kamen schon 70 Grevener, 39 traten ein, ein Jahr später hatte das Wirtschaftsforum 86 Mitglieder. Schölzke: „Die wesentlichen Firmen waren vertreten.“

Interessant, woran man sich so erinnert: „40 Mark hat damals das Buffet im Flughafen-Maritim gekostet“, sagt Johann Christoph Ottenjann, der von Anfang an zum Wifo gehörte. Und zwar als der erste Pastpräsident. Der Pastpräsident ist der Präsident des jeweils vorigen Jahres – was im Gründungsjahr schon etwas kurios war.

Heute ist das Wirtschaftsforum eine bunte Mischung aus über 150 Grevener Gewerbetreibenden. Mitglieder sind sowohl Großunternehmen wie Fiege, aber auch Architekten und Freiberufler. Hans-Georg Hunold, der aktuelle Präsident, zeigt sich optimistisch: „Wir haben in diesem Jahr ungefähr zehn neue Mitglieder gefunden.“

Für ihn auch ein kleiner Lichtstreif: Nachdem bei der jüngsten Jahresversammlung kein Nachfolger in Sicht war, scheint sich der Himmel aufzuklären: „Die Zeichen sind deutlich positiv.“

Das Wifo hat in seiner Geschichte so einiges angestoßen. Etwa eine Gewerbeschau, die an einem Wochenende die Leistungsbandbreite der Grevener Wirtschaft zeigte. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde während der Feierlichkeiten die Stadt Greven als „Pferdefreundliche Gemeinde 2002“ ausgezeichnet. Eine Ehrung, für die sich Stephan Kube eingesetzt hat, der auch mal Präsident war.

Woran es dem Wirtschaftsverein noch fehlt, ist etwas Gender-Gerechtigkeit. Magdalena Stöppel von der Commerzbank wurde im Jahr 1996 die erste weibliche Präsidentin. Bisher ist ihr nur Andrea Lüke von den Stadtwerken gefolgt. Erinnert sich Mitglied Ottenjann: „Da waren wir richtig stolz.“

Für ihn ist heute Abend übrigens ein besonderer Festtag. Denn das Wifo überreicht wieder einmal den Ausbildungspreis an verdiente Azubis. Sie müssen nicht nur fachlich topp sein, sondern sich auch sozial einsetzen – passend zum Wifo-Selbstverständnis.

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