Wolfgang Fundke sammelt
Her mit Grevens Wörtern

Greven -

Jeder Ort hat seine Wörter. Wolfgang Fundke will die Spezifika Grevens sammeln. Und er hofft auf Unterstützer.

Samstag, 25.11.2017, 06:53 Uhr aktualisiert: 26.11.2017, 11:11 Uhr
Auf diesem Plakat sind alle Grevener Stadtteile abzulesen. Jetzt sucht Wolfgang Fundke nach besonderen Grevener Worten.
Auf diesem Plakat sind alle Grevener Stadtteile abzulesen. Jetzt sucht Wolfgang Fundke nach besonderen Grevener Worten. Foto: Günter Benning

Die Münsteraner haben ihre Koten, Segers, jovel und schofel. Die Kölner den Blötschkopp die Fisternöllche oder das Föttsche. Jedes Völkchen plappert, wie ihm das Maul im Laufe der Zeiten gewachsen ist. Warum nicht auch die Grevener?, fragt sich Wolfgang Fundke, der seit 33 Jahren das Passepartout an der Münsterstraße betreibt. Und als solcher manches Bild mit Lokalbezug in Auftrag gegeben hat.

Jetzt also geht es auf Wörtersuche. „Wir suchen Begriffe, die es nur in Greven gibt“, sagt er. Echte Wiedererkennungsworte, oder auch Alleinstellungsmerkmale.

Die will Fundke dann schön setzen und auf einem dekorativen Plakat verkaufen, das sich Lokalpatrioten in den Flur hängen können. „Köln hat das, Düsseldorf und Münster auch“, sagt er. Aber als er beim ausführenden Woll-Verlag den Vorschlag machte, doch auch für die Emsstadt so einen hübschen Wörtersalat zu drucken, winkte man ab. „Greven ist zu klein“, sagte man ihm.

Damit will sich Fundke aber nicht abfinden. Und hebt erst einmal zu einer kleinen Litanei spezifisch Grevener Begriffe an: Öppe, Püpkesberge, Pile Herkan, Pluggen Hiärm, Tutti, Markt Heini. Und „natürlich das KÜ“.

Hinter diesen Worten stecken natürlich oft Menschen, die einer bestimmten Generation etwas zu sagen hatten. Zum Beispiel der Generation von Wolfgang Fundke. Da wäre der unvergessene Grevener Bademeister, das Marktoriginal oder der fußballversessene Gymnasiallehrer.

Jede Generation hat solche Begriffe und Originale. Aber natürlich werden für ein Plakat der Wörter vor allem besondere Worte mit einer verlässlichen Restlaufzeit gesucht.

Wem jetzt spontan die Grevener Begriffe in die Feder sprudeln, der sollte sie direkt an die Redaktion dieser Zeitung schicken. Per Mail, per Brief, per Postkarte. Stichwort: Wörterwahl.

Fundke hofft natürlich auf reiche Beute, damit er den Herren vom Verlag beweisen kann, dass sich auch im kleinsten Städtchen ein sehr typisches und sonderbares Idiom ausprägen kann.

Wenn genug Wörter zusammenkommen, wird er das Grevener-Plakat drucken. Die ersten zehn Exemplare gehen an die Lieferanten, die zum Schluss der Aktion gerecht ausgelost werden.

Bisher hat Fundke übrigens schon einiges mit lokalen Bezügen drucken lassen. Etwa ein Buchstabenpuzzle, das alle Ortsteile und Bauerschaften Grevens umfasst und die Maße des Stadtareals besitzt. Das gibt es auch andernorts – zum Beispiel für Sylt.

Immer noch beliebt ist auch eine überdimensionale Karikatur von Arndt Zinkant, der die Protagonisten von „Greven an die Ems“ in schöner Eintracht auf den Emswiesen versammelt hat. Fundke: „Ist zwar schon etwas älter, aber die Leute kaufen es immer noch.“

Wichtig: Wer ein Grevener Wort einsendet, sollte auch kurz ergänzen, was es bedeutet. Für den Fall, dass es sonst niemand versteht. „Kölsch es wat dä Kölsche schwaad“, heißt es andernorts – das sollte sich auf Greven übertragen lassen.

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Schicken Sie Ihr Grevener Wort, am besten mit einer kurzen Erklärung, per Email an die Redaktion: redaktion.gre@zeitungsgruppe.ms, Stichwort: Wortwahl. Oder per Post direkt an Redaktion Greven, Marktstraße 45, 48268 Greven.

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