Oliver Asche und Freunde rocken für kleine Dialysepatienten
Für wertvolle Hilfe jenseits der Medizin

Greven -

Oliver Asche kennt aus eigener Erfahrung, wie es Kindern zumute ist, die zur Dialyse müssen. Darum stellt er für sie jetzt ein rockiges Benefizkonzert auf die Beine.

Donnerstag, 07.12.2017, 13:00 Uhr
Noch lauter als am Marktbrunnen geht es am 29. Dezember im Ballenlager zu, wenn fünf Bands aufspielen. Das Programm stellten vor (von links): Oliver Asche, Dr. Stefan Fründ und Stevens Gomes.  
Noch lauter als am Marktbrunnen geht es am 29. Dezember im Ballenlager zu, wenn fünf Bands aufspielen. Das Programm stellten vor (von links): Oliver Asche, Dr. Stefan Fründ und Stevens Gomes.   Foto: oh

Die Mühsal der Behandlung, die Ungewissheit, wie es weitergeht, die Angst, die Sehnsucht nach einem Stückchen Normalität, nach unbeschwerten Stunden mit Freunden. Oliver Asche kennt all das aus eigener Erfahrung. Er muss zur Dialyse, seit er sechs Jahre alt ist.

Wenn er also ein Benefizkonzert auf die Beine stellt, liegt auf der Hand, wofür der Erlös bestimmt ist: für die Kinder-Dialyse in Münster, genauer: den Verein „Hilfe für das nierenkranke Kind“.

Am 29. Dezember rockt Asche mit einigen befreundeten Musikern das Ballenlager. Neben zwei Bands, in denen der Grevener selbst mitspielt („Kick-Band“ und „Re-Pete“) wirken auch „Pani & Zink“, „Marathon“ sowie L.L. and his „Rest Room Rangers“ mit – jeweils ohne Gage. „Die wollen alle helfen“, freut sich Oliver Asche.

Der Verein „Hilfe für das nierenkranke Kind“ leistet psychosoziale Unterstützung, entlastet Eltern und versucht, Kinder zeitweise so etwas wie normalen Alltag jenseits der Behandlung zu ermöglichen. Auch Ausflüge und Ferienfreizeiten werden organisiert. „Das macht den Erfolg der Behandlung aus. Ein stabiles Umfeld ist unerlässlich“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Stefan Fründ. „Wenn man als Kind die Diagnose erhält, bricht erstmal in vielen Bereichen eine heile Welt zusammen“, sagt Asche. Mit andern Kindern auf den Spielplatz gehen – das rückt weit in den Hintergrund. Die Krankheit dominiert fast alles. Etwas Ablenkung und Normalität – so möglich – ist daher etwas überaus Wertvolles.

Der Förderverein kümmere sich um Dinge jenseits der medizinischen Versorgung, die eminent wichtig seien, gleichwohl oft von den Kassen nicht bezahlt würden, erläutert Fründ. Der gemeinnützige Verein ist dafür auf Spenden angewiesen.

Oliver Asche war 1976 einer der ersten Patienten in der Kinder-Dialyse Münster. Damals war diese Form der Behandlung von Kindern noch Neuland.

Das Benefizkonzert steigt am Freitag, 29. Dezember, ab 19 Uhr im Ballenlager. Via Mundpropaganda sind schon viele Karten verkauft. Im Vorverkauf sind sie für 10 Euro im Café Mandala, bei Otto Forever (Tanki und sein Team übernehmen an dem Abend auch die Theke) und persönlich bei Oliver Asche erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro. Die Moderation übernimmt Stevens Gomes. Mit eigens produzierten Filmen, Einspielern und Interviews sollen die Pausen zwischen den Bands informativ überbrückt werden. „Das ist ein Projekt, da stehe ich definitiv hinter“, sagt Gomes zu seinem Beitrag.

Asche erhält Unterstützung von vielen Seiten: Die Stadt als Vermieter zeigt sich ebenso kooperativ wie „P2“ (Technik). Für einen Sicherheitsdienst und einen Imbisswagen (vor dem Ballenlager) ist ebenfalls gesorgt. „Es ist einfach unglaublich, was dieser Kerl auf die Beine stellt“, freut sich Fründ über Asches Engagement. „Ich mache das, weil ich all diese Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung kenne“, sagt der Grevener.

 

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