Stutenkerl-Aktion der Messdienerleiter
Heinzelmännchen auf Tour

Greven -

In der Nacht zum 6. Dezember schlichen dunkle Gestalten durch Grevens Straßen: Die Leiter der Messdiener St. Martinus waren als Nikolaus-Helfer unterwegs und steckten Stutenkerle mit lieben Grüßen in die Briefkästen.

Donnerstag, 07.12.2017, 06:00 Uhr
Wie am Fließband verpacken die Messdiener die Stutenkerle im Haus Elisabeth verpackt: Jede Gruppe übernimmt einen anderen Arbeitsschritt.
Wie am Fließband verpacken die Messdiener die Stutenkerle im Haus Elisabeth verpackt: Jede Gruppe übernimmt einen anderen Arbeitsschritt. Foto: Monika Gerharz

Es geht wie am Fließband: Ein Mädchen steckt die Stutenkerle in die Tüte, der nächste bindet sie mit Kräuselband zu, dann kommt ein Zweiglein Tannengrün dran und eine Grußkarte mit der Adresse: Die Stutenkerlaktion der Messdiener St. Martinus und St. Marien läuft auf vollen Touren an diesem Abend vor Nikolaus. „Wir haben 800 Bestellungen“, verraten Anna Büchter, Annika Henzel, Carolin Kappelhoff und Marlen Bensmann, die die Aktion koordinieren. „Im nächsten Jahr knacken wir die 1000er-Marke.

Die Aktion der Messdiener gibt es schon lange, allerdings in kleinerem Rahmen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals kräftig die Werbetrommel gerührt, und seither können sich die jungen Leute vor Anfragen kaum retten von Menschen, die andern mit Hilfe der Heinzelmännchen von den Messdienern einen lieben Gruß und einen Stutenkerl zu Nikolaus schicken wollen.

Etwa 50 Leiter – ganz junge und sehr erfahrene – sind an diesem Abend eingespannt, verpacken die Stutenkerle, die der Küster am Morgen bei der Kiepenkerl-Bäckerei abgeholt hat. Nach getaner Arbeit wird Pizza bestellt – und ab 22 Uhr beginnt die Lieferung, auf vorher genau ausgetüftelten Routen. „Es ist wichtig, dass diese Reihenfolge eingehalten bleibt“, schauen die Organisatorinnen den Verpackern genau auf die Finger. Sonst kommt es schnell zum Chaos. Zur Sicherheit bleibt immer ein kleiner Stab, der auch ein Auto zur Verfügung hat, im Haus Elisabeth zurück, wenn der Rest jeweils zu Dritt zum Liefern ausschwärmt. „Wir haben immer einen Fahrer, einen erfahrenen und einen neuen Leiter in einer Gruppe“, ist die Sache gut durchdacht. Weil die Messdiener selbst oft noch keinen Führerschein haben, werden Geschwister eingespannt. „Das sind meist ehemalige Leiter“.

Kurz nach 22 Uhr geht es auf die Piste. Mit etwas Glück werden die Heinzelmännchen von den Messdienern nach zwei Uhr fertig sein mit ihren Botendiensten. Ein wenig Abenteuer ist schon dabei, wenn sie mit ihren Taschenlampen nach den richtigen Häusern suchen. „Wir sind auch schon mal für Einbrecher gehalten worden“, lachen die Organisatorinnen. Übrigens haben sie eine Bitte an die Beschenkten: Falls jemand kein Kiepenkerl bekommen hat, obwohl er weiß, dass für ihn bestellt worden ist, soll er sich im Pfarrbüro melden und kriegt Ersatz. „Wir hatten es schon, dass die Katze den Stutenkerl gefressen hat. Das sind Geschichten, die man sich immer wieder erzählt.“

Für die Messdienerleiter ist die jährliche Stutenkerl­aktion jedenfalls ein großer Spaß. „Da merkt man, dass wir eine Gemeinschaft sind, die wirklich füreinander da ist“, freuen sich die Organisatorinnen. Und eine sehr netten Nebeneffekt hat sie überdies: „Sie ist eine gute Einnahmequelle für die Messdienerkasse“. Dabei sind die Stutenkerle für die Kunden gar nicht teuer. Mit 2,50 Euro ist man dabei.

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