Heute Gläubigerversammlung
AT Abfüllbetrieb: Investor dringend gesucht

Reckenfeld -

Das vorläufige Insolvenzverfahren für den AT Abfüllbetrieb in Reckenfeld ist abgeschlossen, jetzt kommt das eigentliche Insolvenzverfahren. Heute ist Gläubigerversammlung. Der Betriebsrat hofft auf neue Investoren.

Donnerstag, 07.12.2017, 12:00 Uhr

Die vorläufige Insolvenz des AT Abfüllbetriebs in Reckenfeld ist zu Ende, jetzt ist das eigentliche Insolventverfahren eröffnet. „Das bedeutet für uns erst einmal, dass wir die Löhne nicht mehr vom Arbeitsamt bekommen, sondern die Firma muss die Leute bezahlen“, erläutert Betriebsratsvorsitzender Fabiano Cairo die Auswirkungen auf die Belegschaft.

Am heutigen Donnerstag ist eine Gläubigerversammlung in Bonn angesetzt. Dort soll besprochen werden, wie es weitergeht mit der Firma, die früher Luhns und noch früher Procter und Gamble hieß und Wasch- und Putzmittel abfüllt. Zu den Gläubigern gehören Betriebsratsmitglieder als Vertreter der Belegschaft, die Volksbank Greven, die Bundesagentur für Arbeit und die Alpla Werke Lehner GmbH in Markdorf.

An der Entscheidung hängen insgesamt etwa 200 Arbeitsplätze in Reckenfeld – 130 beim Abfüllbetrieb und etwa 60 bei der Alpla GmbH, die Flaschen liefert. „Wir hoffen jetzt, dass jemand kommt, für den wir interessant sind“, setzt Cairo auf Investoren. Es gebe durchaus Namen, die gehandelt werden. „Aber wir sind ein Schuh, der muss jemandem passen“, weiß Cairo, dass der AT Abfüllbetrieb doch sehr spezialisiert ist. „Auf jeden Fall haben wir Hoffnung.“

Im Moment arbeite der Betrieb auf fünf Linien – was an Rohstoffen geliefert werde, werde auch verarbeitet. Das Problem der Reckenfelder: Der einzige Kunde des Betriebs sind die Thun-Produkte GmbH in Neunkirchen-Seelscheid – und dieses Unternehmen ist selbst insolvent. Mancher Kollege schaue sich deshalb nach einem neuen Arbeitsplatz um, weiß der Betriebsratsvorsitzende. Aber so üppig wie mancher meine, sei das Angebot nicht. „Es ist schon ein Unterschied, ob man irgendwo für neun Euro die Stunde arbeitet oder hier bei uns, wo es viele qualifizierte Arbeitsplätze gibt.“

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