Ärger mit dem Anbieter
Warten auf die Telekom

Greven -

1,6 Kilometer liegen der Gronenweg und die Straße Het Nieland auseinander. Aber für Sonja Volk hat ihr kleiner Umzug innerhalb Grevens für Ärger gesorgt. Obwohl sie schon seit dem 18. November in ihrer neuen Wohnung lebt, wird ihr Telefon mit ihrer alten Nummer erst am 13. Dezember freigeschaltet.

Freitag, 08.12.2017, 16:03 Uhr aktualisiert: 08.12.2017, 16:10 Uhr
Sonja Volk mit jeder Menge Papiere, die ihr der Anbieterwechsel beim Telefonieren beschert hat.
Sonja Volk mit jeder Menge Papiere, die ihr der Anbieterwechsel beim Telefonieren beschert hat. Foto: Günter Benning

Volk ist IT-Beraterin. Sie berät Senioren im Umgang mit Computern. Und sie hatte jahrelang eine Festnetznummer bei Osnatel. „Ich habe Osnatel sogar Kunden vermittelt“, sagt sie. Auch Katja Schmitt-Völsch aus der Konzernkommunikation des Telefonanbieters sagt, man hätte sie „als Kundin gern behalten“.

Doch an ihrer neuen Adresse am Gronenweg kann Osnatel keinen Glasfaseranschluss bieten. Einen Kabelverzweiger – die grauen Kästen am Straßenrand – für das schnelle Internet gibt es hier nur von der Telekom. Aber eine schnelle Leitung braucht Sonja Volk für ihre Arbeit: „Wenn da fünf Leute in einem Kurs gleichzeitig arbeiten, geht das nicht anders.“

Also beantragte sie Mitte Oktober einen Anbieterwechsel zur Telekom. Spätabends, erinnert sie sich, sei am 18. Oktober eine Telekom-Vertriebsmitarbeiter gekommen und habe alles geklärt. Laut Auskunft des Unternehmens sei der Auftrag am 19. Oktober abgeschickt worden und am 2. November zurückgekommen. Ein Anbieterwechsel am Markt dauere aber immer mindestens 20 Arbeitstage: „Leider war somit eine nahtlose Versorgung schon nicht mehr möglich.“

Sonja Volk erfuhr nun von der Telekom, der Nummern-Umzug werde am 5. Dezember erfolgen. Man könne ihr aber – ohne Anschlusskosten – zum 18. November eine andere Festnetznummer anschließen.

„Was soll ich mit zwei Festnetzverträgen?“, meinte wieder die Grevenerin mit hessischen Wurzeln. Und nun scheint es bei einem der Telefonate mit der Servicestelle der Telekom „leider zu einem Missverständnis zwischen uns und unserer Kundin gekommen zu sein“, räumt die Telekom-Pressestelle ein. Das Missverständnis sorgte dafür, dass der Umzugstermin noch einmal verschoben wurde – jetzt auf den 13. Dezember.

Sonja Volk hat natürlich ein Handy, mit dem sie telefonieren kann. Aber für ihre Arbeit braucht sie eine Festnetznummer: „Meinen Sie, alte Menschen rufen auf einer Mobilnummer an? Nein.“

Für die Telekom ist es wichtig, Anbieterwechsel „nicht erst einen Monat vor dem Umzug vorzunehmen, wenn man auf das Telefon angewiesen ist.“

Zwar gibt es im Telekommunikationsgesetz den Paragrafen 64, der einen Anspruch auf nahtlosen Übergang von einem Anbieter auf den anderen vorsieht. Allerdings nur am selben Standort. „Die Kombination von Umzug und Anbieterwechsel“, so Alexandra Hürter von der Telekom-Pressestelle, „ist in diesem Paragrafen nicht geregelt.“

Bei Osnatel – oder „ewe“ – fühlt man sich unschuldig. die Nummer hätte auch früher übernommen werden können, heißt es dort. Der verspätete Termin liege an der Telekom. Bis zur Übernahme hält der alte Anbieter die alte Nummer aktiv und bot Sonja Volk an, ihr eine Email zu schicken, wenn dort jemand anruft.

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