24-Stunden-Serie: Um 9.30 Uhr im Café
Überall warten Inspirationen

Greven -

Janine Reitz schreibt Bücher. Und wenn sie schreibt, dann eigentlich überall und immer. Auch morgens im Café.

Samstag, 09.12.2017, 09:40 Uhr
Ob im Café, im Wartezimmer oder Zuhause: Janine Reitz (alias „Jani Friese“) ist beim Schreiben flexibel, was die Ortswahl angeht.
Ob im Café, im Wartezimmer oder Zuhause: Janine Reitz (alias „Jani Friese“) ist beim Schreiben flexibel, was die Ortswahl angeht. Foto: Oliver Hengst

9.30 Uhr, sie lässt sich einen Cappuccino mit Kakaohaube schmecken. Um sie herum rege Betriebsamkeit, von der sie sich nicht anstecken lässt. Aus der Café-Besucherin Janine Reitz wird die Autorin Jani Friese. Sie holt ihr Tablet hervor und macht sich an die Arbeit. „Es kann sein, dass ich beim Arzt im Wartezimmer sitze und eine Idee habe, die ich aufschreiben muss. Mein Tablet habe ich deshalb immer dabei.“ Wo sie geht und steht (oder auch sitzt), nutzt sie die Zeit, um an ihren Texten zu arbeiten. Um zu lesen, was schon fertig ist, zu feilen, zu überarbeiten oder eben neu zu texten, eine Begebenheit, eine just erlebte Begegnung mit einem Menschen kreativ zu verarbeiten.

Für die Grevener Autorin, die mit „Für immer und Du“ inzwischen ihren dritten Liebesroman veröffentlicht hat, ist das Schreiben pure Entspannung. „Ich habe meine Erfüllung, meinen Ausgleich, meine Freude darin gefunden.“ Zugleich ist der Prozess des Schreibens aber auch überaus spannend. „Ich weiß ja selbst nicht, was auf der nächsten Seite passiert.“ Sie folgt keinem Fahrplan, muss ihre Geschichten nicht in eine Richtung lenken oder auf ein zuvor festgelegtes Ende zusteuern, sondern lässt sich selbst überraschen, wohin die Reise geht. „Ich schliddere da mitunter rein und lasse mich auch von den eigenen Emotionen leiten.“ So kann sich auch die Tagesform und die jeweilige Stimmung eines Tages in der einen oder anderen unerwarteten Wendung niederschlagen.

Die Ergebnisse kommen an. Ihre Bücher verkaufen sich gut. Besonders erfolgreich: das Erstlingswerk „Liebe in der Toskana“. Das hat es bei Amazon zwischenzeitlich auf Platz eins der Bestsellerliste geschafft. „Ich wusste, dass es gut läuft. Aber ein Besteller?“, wundert sich die Autorin noch immer über die Erfolgs-Meldung.

Und auch darüber, dass das Buch, warum auch immer, beim Online-Händler den Platz 1 in der Kategorie „Landwirtschaft“ erklommen hat. Vielleicht, weil ein Weingut eine Rolle spielt? „Egal, Bestseller ist Besteller. Gefreut habe ich mich trotzdem“, sagt die Erfolgsautorin schmunzelnd.

Gefreut hat sie sich auch, dass ihre beiden ersten als E-Book erschienenen Romane inzwischen auch als Taschenbuch erhältlich sind. „Ein Traum“, sagt Janine Reitz. „Ich selbst habe auch immer gedruckte Bücher gelesen. Das Papier, der Geruch – etwas ganz besonderes. Da ist es natürlich das Non-Plus-Ultra, nun auch das eigene Buch in Händen halten zu können. Manchmal stehe ich immer noch ein bisschen neben mir und frage mich: Passiert das gerade wirklich?“

So ging es ihr auch, als die Buchhandlung Cramer&Löw sie einlud, einen dort aufgebauten Büchertisch anzusehen, auf dem „Jani Friese“-Werke präsentiert werden. Darunter auch das neueste, das dritte, das sie als digitale und gedruckte Version per Self-Publishing veröffentlicht hat. „Für immer und Du“ nimmt den Faden von „Liebe in der Toskana“ wieder auf, kann aber auch unabhängig vom Vorgänger gelesen werden.

Ideen für weitere Projekte hat sie entweder in der Hinterhand oder ist schon dabei, sie umzusetzen. Auch wenn die Intensivkrankenschwester das Schreiben trotz aller Erfolge noch immer als Hobby bezeichnet, steht für sie fest: „Ich möchte dabei bleiben, ich liebe das Schreiben.“ Ob zu Hause, beim Arzt im Wartezimmer oder bei einem Cappuccino im Café . . .

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