AT Abfüllbetrieb in Reckenfeld
Keine Sanierung, sondern Verkauf

Reckenfeld -

Am eigenen Schopf können sich der AT Abfüllbetrieb und seine Mutter, die Thurn Produkte GmbH, nicht aus der Insolvenz ziehen. Darum unterstützen die Gläubiger jetzt den Verkauf der Firmen. Offenbar gibt es vier mögliche Investoren.

Mittwoch, 13.12.2017, 07:00 Uhr
Wieder wird gehofft und gebangt: Der AT Abfüllbetrieb Greven (ehemals Luhns) als Teil der Thurn-Gruppe steht vor einem neuerlichen Besitzer-Wechsel.  
Wieder wird gehofft und gebangt: Der AT Abfüllbetrieb Greven (ehemals Luhns) als Teil der Thurn-Gruppe steht vor einem neuerlichen Besitzer-Wechsel.   Foto: Oliver Hengst

Die Investorensuche beim Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelhersteller Thurn Gruppe, zu der insbesondere die insolventen Thurn Produkte GmbH und AT Abfüllbetrieb Greven GmbH gehören, läuft derzeit auf Hochtouren. Innerhalb des strukturierten, internationalen Investorenprozesses, mit welchem das Beratungshaus KPMG beauftragt wurde, liegen derzeit vier Angebote potenzieller Interessenten vor. Eine abschließende Entscheidung über die entsprechenden Konzepte wird bis Ende des Jahres angestrebt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Beratungsunternehmens „dhgp“ hervor.

Die zunächst geplante Sanierung der beiden Unternehmen in der Eigenverwaltung sei nicht weiter sinnvoll erschienen, da im Laufe des Verfahrens ein Investorenkonzept verfolgt wurde und damit eine Sanierung aus Eigenmitteln nicht mit der aus Kundensicht erforderlichen Sicherheit umsetzbar sei. Das Amtsgericht Bonn habe daher dem Verfahrenswechsel zugestimmt und das Regelinsolvenzverfahren zum 1. Dezember 2017 eröffnet.

Als Folge könne eine übertragende Sanierung durch den Verkauf des Unternehmens rascher und effizienter durchgeführt werden. Zum Insolvenzverwalter wurde Dirk Obermüller, Partner des überregional tätigen Beratungshauses dhpg aus Bonn, bestellt. Er hat die Sanierung als vorläufiger Sachwalter von Beginn an begleitet.

„Die Investorenangebote lassen erkennen, dass unterschiedliche Konzepte für die Thurn Gruppe denkbar sind“, sagt Dirk Obermüller, Rechtsanwalt und Partner der dhpg sowie Insolvenzverwalter im Verfahren. „Wir sind derzeit in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten und planen bis Ende des Jahres eine Entscheidung zu treffen.“

Die Produkte des Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelherstellers Thurn sind bei führenden Discountern und Drogerien sowie im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland vertreten. Das Unternehmen betreibt vier Produktionsstätten in Neunkirchen-Seelscheid, Greven, Kerkrade und Much. Das niederländische Werk in Kerkrade ist vom Verfahren nicht betroffen. Die Unternehmen erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro und beschäftigen über 450 Mitarbeiter. Insolvenzbedingt wurden bis dato keine Kündigungen ausgesprochen.

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