Fernwärme
Riesenchance fürs Klima

Greven -

Mit Wärme aus der Erde werden, wenn alles klappt wie geplant, künftig die öffentlichen Gebäude in der Innenstadt beheizt. In den Emsauen sollen entsprechende Kollektoren versenkt werden. Stadt und Stadtwerke haben für ein entsprechendes Projekt zehn Millionen Euro Förderung in Aussicht.

Mittwoch, 27.12.2017, 23:00 Uhr
 
  Foto: oh

Die Emsauen sind in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden als Naturschutzgebiet und als Veranstaltungs- und Freizeitort für die Grevener. Wenn nicht alles schiefgeht, dann könnte das Flusstal bald noch eine ganz andere Bedeutung für die Stadt bekommen: Als Energie- und Wärmelieferant für die Kernstadt. Die erste Hürde um einen Elf-Millionen-Zuschuss des Landes im Rahmen des Wettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz NRW“ für ein solches Projekt hat die Stadt bereits gewonnen (wir berichteten).

Jetzt hat die Stadtverwaltung Einzelheiten zu dem Projekt mitgeteilt. Es ist geplant, in der Emsaue Erdwärme zu gewinnen, mit deren Hilfe dann das Rathaus, das Gymnasium, die Martinischule, die GBS, die Emssporthalle und die Bücherei mit Wärme versorgt werden sollen. „Die dafür notwendigen Wärmepumpen werden mit Strom aus einem Blockheizkraftwerk betrieben. Wärmepumpen und Blockheizkraftwerk bilden die Heizzentrale, von der aus die Wärme über ein Nahwärmenetz in die Innenstadt geführt wird“, heißt es in einer Pressemeldung der Stadt.

Der Clou bei diesem Konzept: Mit seiner Hilfe kann die Stadt Greven ihre ehrgeizigen Klimaziele erreichen. Bekanntlich sollen mindestens 20 Prozent CObis 2030 im Vergleich zu 2008 eingespart werden. Dieses Ziel drohte bisher daran zu scheitern, dass das Rathaus den Klimaschützern jede Bilanz verhagelt hat. Der Bau aus den 70er Jahren lässt sich einfach nicht so gut dämmen, dass mit einer konventionellen Gas- oder Ölheizung der Verbrauch so stark gesenkt werden könnte, dass es auch nur einigermaßen passt. Setzt man jedoch komplett auf eine regenerative Energie wie die Erdwärme, sieht es ganz anders aus. Bürgermeister Peter Vennemeyer: „Bei der Umsetzung des Projektes kommen wir den Klimaschutzzielen der Stadt Greven einen großen Schritt näher.“

Bis es so weit ist, muss die Stadt aber noch eine Menge Hausaufgaben erledigen. Nachdem der erste Schritt auf dem Förderweg geschafft ist, geht es jetzt an die Detailplanung in enger Abstimmung mit dem Projektträger Jülich, der im Auftrag des Landes agiert. Bis Mai 2018 müssen diese Planungen fertig sein, die politischen Gremien müssen sie gebilligt haben, dann geht es in eine neue Runde – von Qualifizierungsphase“ spricht Stadtwerkechefin Andrea Lüke, deren Unternehmen das Projekt verantwortet. Sie ist willens, jede Anstrengung zu unternehmen, um den Erfolg zu sichern. Lüke: „Das ist eine Riesenchance für Greven.“

Ein weiteres Projekt für Nahwärme in privater Trägerschaft ist für Greven zumindest angedacht (WN berichteten). Ein Osnabrücker Büro hat im Auftrag einer Gruppe um Tobias Werning von der Bioenergie Guntrup eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine Nahwärmeversorgung mittels Sonnenkollektoren und Speicher in der Sandgrube an der Schützenstraße aufgestellt. Eine solche Nahwärmeheizung könnte für den Grevener Süden interessant sein. Werning: „Wir werden mit den Stadtwerken auf jeden Fall über künftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit sprechen.“

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