Annemarie Rüschenschmidt sammelt für Straßenkinder
Chancen für drei Generationen

Reckenfeld -

Die Reckenfelderin Annemarie Rüschenschmidt hat in den vergangenen 25 Jahren 60 000 Euro für rumänische Straßenkinder gesammelt. Drei Generationen profitieren mittlerweile davon.

Freitag, 29.12.2017, 15:00 Uhr
Rund 60 000 Euro und viele Sachspenden hat Annemarie Rüschenschmidt in den vergangenen 25 Jahren für ein Kinderheim für Straßenkinder in Rumänien gesammelt. Jede Spende verzeichnet sie sorgfältig in einer Kladde.
Rund 60 000 Euro und viele Sachspenden hat Annemarie Rüschenschmidt in den vergangenen 25 Jahren für ein Kinderheim für Straßenkinder in Rumänien gesammelt. Jede Spende verzeichnet sie sorgfältig in einer Kladde. Foto: Rosemarie Bechtel

Annemarie Rüschenschmidt macht seit 25 Jahren Kreuzchen in ein Rechenheft. Jedes Kreuzchen steht für eine Geldspende für das Kinderheim „Stern der Hoffnung“. Für dieses Haus in Alba Iulia in Rumänien sammelt sie seit 25 Jahren Euro um Euro.

Ihr Einsatz für diese Straßenkinder in Alba Iulia begann 1992, nachdem sie im Auslandsjournal den Bericht über Sylvia Hüttemann sah. Diese junge Frau sah während eines Urlaubs in Rumänien das Elend der Straßenkinder und erfuhr, was diese erlitten hatten. Kleine Mädchen, die in jungen Jahren von Männern verschleppt und vergewaltigt wurden, Kinder, die in einem erbärmlichen Zustand auf der Straße lebten. Diese Frau konnte nicht einfach wegsehen. Sie zog nach Rumänien und half.

Helfen, das wollte auch Annemarie Rüschenschmidt, der dieser Bericht die Tränen in die Augen getrieben hatte. Doch Tränen helfen nicht, und so machte sie sich schlau, erfuhr von der Rumänienhilfe Darmstadt-Ahrheiligen e.V. und baute aus ihrem Bekanntenkreis in Reckenfeld heraus eine Spendenhilfe auf. „Anfangs waren es bis zu 50 Personen, die jeden Monat einen festen Betrag gespendet haben. Hinzu kamen dann auch Einzelspenden und viele Sachspenden. Doch inzwischen ist es ja so, dass auch hier vor Ort, mit bedingt durch die Asylsuchenden, immer mehr Menschen finanzielle Unterstützung brauchen. Diejenigen, die bereit sind zu spenden, können natürlich nicht alles unterstützen, auch wenn sie es gerne möchten“, zeigt Annemarie Rüschenschmidt Verständnis dafür, dass inzwischen nur noch 25 feste Spender in ihrer Kladde stehen.

Doch jede Spende hilft, und so möchte sie auch weiterhin das Kinderheim unterstützen. „Drei Generationen sind im Laufe der Jahre durch dieses Haus gegangen. Aus fast allen Kindern ist etwas geworden. Sie haben Berufe ergriffen, Familien gegründet“, weiß sie. Diese Menschen hätten ohne Unterstützung wohl weiter auf der Straßen leben müssen.

Doch das Kinderheim dort existiert noch immer am Existenzminimum, da es keine Unterstützung vom Staat gibt. Es musste sich inzwischen verkleinern, so dass dort zurzeit nur 29 Kinder leben können.

Rund 60 000 Euro konnten im Laufe der 25 Jahre von Reckenfeld aus für die Rumänienhilfe überwiesen werden. Aber weitere Hilfe ist nötig. Neben den Geldspenden sammelt Annemarie Rüschenschmidt nach wie vor Sachspenden, die regelmäßig von Reckenfeld aus über die Rumänienhilfe weitertransportiert werden. „Es werden Kleidung, Decken, Handtücher, Bettwäsche und Hygieneartikel und vieles Alltägliche mehr gebraucht.“ Kleidung kommt auch den Bedürftigen zugute, die in unmittelbarer Nähe in Blechhütter leben. Sach- und Geldspenden nimmt Annemarie Rüschenscmidt nach wie vor in Reckenfeld an der Rheinstraße 59 a an.

► Infos zum Kinderheim gibt es unter www.kinderheim-alba-iulia.de /

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