Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung
Für seine Aggressivität bekannt

Greven -

Wegen gefährlicher Körperverletzung durch Faustschläge und Tritte mit dem Fuß in das Gesicht des Opfers verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern einen 20-jährigen Wiederholungstäter zu einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung.

Donnerstag, 11.01.2018, 05:29 Uhr aktualisiert: 12.01.2018, 14:48 Uhr
 
  Foto: Z5335 Jan Woitas

Allerdings bekam er die Chance, sich in den nächsten sechs Monaten mit strengen Auflagen eine Bewährung zu verdienen.

Der Geschädigte erlitt erhebliche Gesichtsprellungen und einen Nasenbeinbruch, der operativ gerichtet werden musste. „Wir gehen sowohl von schädlichen Neigungen als auch von der Schwere der Schuld aus“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte aus Greven war wiederholt aufgefallen, wie er vermummt mit Preußen-Fans gegen andere Fans gewalttätig wurde.

Sein größtes Problem sei der Alkohol, darin waren sich der Jugendgerichts- und Bewährungshelfer einig. Dagegen muss er jetzt etwas tun: „Mindestens drei Gespräche in der Suchtberatung und gegebenenfalls eine ambulante Suchtbehandlung“, ordnete der Richter an. Zudem hat der Grevener als „Preußen-Fan“ bundesweit Stadionverbot, aber auch weiterhin die Auflage des Gerichts, Fan-Fahrten nicht mehr zu begleiten. Hinzu kommen 60 Sozialstunden neben seinem Ausbildungsplatz. Wenn das alles so läuft und er dem Gericht seinen guten Willen nachweist, darf er „spätestens nach sechs Monaten“ auf Bewährung hoffen.

Zur Tat: In der Karnevalszeit pöbelte der Angeklagte zunächst eine Gruppe junger Leute an und beleidigte sie mit Sätzen wie: „Fick deine Mutter, Hurensöhne“. Die Clique ging, wie zwei Zeugen sagten, weiter, ohne ihn zu beachten. Aber er folgte ihnen und begann zu schubsen. Als sich einer umdrehte, schlug er ihm mit voller Wucht die Faust ins Gesicht. Der 22-jährige Metallbauer aus Greven ging zu Boden. „Er beugte sich über mich, schlug und trat mir ins Gesicht“, beschrieb er die weitere Attacke. Sein Freund ging dazwischen. Er rief Polizei und Krankenwagen.

Der Angeklagte lief weg, aber man kannte sich. „Er ist für seine Aggressivität in Greven bekannt“, sagte der Zeuge.

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