Erhebliche Sachschäden, aber keine Verletzten
Friederike zaust die Grevener

Greven -

Sturm Friederike hat die Grevener kräftig gezaust und an vielen Gebäuden und Fahrzeugen Sachschäden angerichtet. Unter anderem stürzten die Giebel von zwei Neubauten in Reckenfeld ein. Feuerwehr und THW waren im Dauereinsatz, um Straßen von entwurzelten Bäumen freizuräumen. Gegen 15 Uhr legte sich der Sturm.

Donnerstag, 18.01.2018, 15:54 Uhr aktualisiert: 18.01.2018, 16:24 Uhr
So mächtig war der Sturm: Dieser Container, der an einem Baukran hing, wurde hin und her gebeutelt.
So mächtig war der Sturm: Dieser Container, der an einem Baukran hing, wurde hin und her gebeutelt. Foto: Hans Bechtel

Schwerer Sturm, extreme Windböen – Orkan „Friederike“ richtete am Donnerstag auch in Greven erheblichen Schaden an. Viele Dächer wurden beschädigt und zahlreiche Bäume hielten der enormen Kraft des Windes nicht statt. Auch wurden diverse Autos von herunter gefallenen Dachziegeln beschädigt. Am Emsweg krachte eine Eiche in parkende Fahrzeuge. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk hatten gestern jedenfalls reichlich zu tun, um die gröbsten Spuren des Sturms zu beseitigen. Bis gegen 15 Uhr wurden rund 100 Einsätze gefahren. Dann ließ der Wind deutlich nach.

Unter anderem waren die Feuerwehrleute am Vosskotten, an der Überwasserstraße in Gimbte, in Schmedehausen, in Reckenfeld an der Bahnhofstraße, und auf der B 219 damit beschäftigt Bäume zu beseitigen. „An manchen Stellen, zum Beispiel am Segelflughafen, sind so viele Bäume umgekippt, dass wir nur die Straße sperren konnten“, sagte Stadtbrandmeister Matthias Wendker. Auch die Straße zwischen Reckenfeld und Greven musste zeitweise gesperrt werden, ebenso war auf der hinteren Mühlenstraße kein Durchkommen. Die Feuerwehr war mit mehreren Wagen im Dauereinsatzunterwegs, um die Straßen wieder frei zu bekommen. Der Notruf war zeitweilig überlastet.

An den Grevener Schulen wurde nach der vierten Stunde der Unterricht eingestellt. Kinder, die nicht nach Hause konnten, wurden aber weiter betreut. „Wir haben alle per Whatsapp die Nachricht bekommen“, sagt Möbelhändler Johann-Christoph Ottenjann, der ein Kind in der Martini-Grundschule hat. Dort wurde übrigens der Schulhof komplett gesperrt, nachdem es dicke Äste von einem Baum gerissen hatte.

Derweil herrschte in den Innenstadt-Geschäften gähnende Leere. In der Pieper-Drogerie hielt eine Mitarbeiterin die Tür zu, die vom Wind aufgedrückt war. Beim Italiener La Botega in der Alten Münsterstraße waren die Nudeltöpfe gefüllt. Aber Chef Pino Angioi schaute bedröppelt aus dem Fenster: „Das wird heute nichts mehr.“ Ein einziger Gast bestellte seine Wildschwein-Nudeln. Und manche Einzelhandelsgeschäfte schlossen gleich ganz, wie zum Beispiel das Modehaus Ahlert.

Rund um das Café am Niederort hatte die Feuerwehr Absperrbänder gezogen. Überall dort, wo Dachziegel herunterkamen, wurde vorsorglich ein Sperrbereich eingerichtet. „Ich habe gleich Zuhause angerufen, ob da alles in Ordnung ist“, sagte ein Passant, „war es, aber in Westerkappeln ist eine ganze Scheune zusammengefallen.“

Kuriosum am Ostring. Ein Leser unserer Zeitung hatte auf einmal ein großes Trampolin im Garten stehen. „Das ist vom Wind über eine zwei Meter hohe Mauer in unseren Garten getragen worden und steht jetzt da, als hätten wir es so aufgebaut.“ Lust zum Springen hatte er aber nicht. „Dafür ist es zu windig und zu nass“, sagte der Mann mit einem Lachen.

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