Einzelhandelskonzept Greven
„Das Ganze als Einheit verstehen“

Greven -

Greven steht, wenn es um den Einzelhandel geht, gar nicht schlecht da. Das bescheinigte der Dortmunder Stadtforscher Stefan Kruse jetzt bei der Vorstellung des Einzelhandelskonzepts für Greven. Allerdings: In den Köpfen muss sich etwas tun.

Freitag, 19.01.2018, 06:00 Uhr
Viele interessierte Anwohner waren ins Rathaus gekommen, um etwas über das Einzelhandelskonzept zu erfahren.
Viele interessierte Anwohner waren ins Rathaus gekommen, um etwas über das Einzelhandelskonzept zu erfahren. Foto: bn

Wenn es nach der Länge und Zahl der Bürgeranfragen gehen würde, die am Mittwochabend im Rathaus zum Einzelhandelskonzept Grevens gestellt wurden, dann wäre das wichtigste Thema folgendes: Darf der Hagebaumarkt an der Molkereikreuzung Weihnachtsschmuck und Schokolade verkaufen? Für den Sprecher der BI Pro Hagebau ist das eine Frage im Kern des Konzepts.

In dem 160-seitigen Gutachten, das der Dortmunder Stadtforscher Stefan Kruse präsentierte, geht es aber um den Hagebau nur am Rande.

Und Kruse machte auch sehr deutlich, dass die zentrenspezifischen Sortimente, deren Verkauf dort nicht erlaubt ist, auch durch Landes-Verordnung festgelegt werden. Tatsächlich schlage das aktualisierte Konzept eine Lockerung in der Baumarkt-Randlage vor: Lampen, Leuchten und weiße Ware wie Waschmaschinen kann er sich im Hagebau vorstellen. Dafür gebe es nämlich kein konkurrierendes und schützenswertes Gewerbe in der Innenstadt.

Im übrigen weist das Gutachten erst einmal den Bestand an Einzelhändlern in der Stadt auf. Da sehe es, so Kruse, gar nicht schlecht aus. Mit 1,54 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Kopf liege Greven im deutschen Mittelfeld (Emsdetten: 2,15), mit einer Kaufkraftkennziffer von 100,28 liegt es punktnah auf Bundesniveau (100).

208 Einzelhandelsbetriebe verkaufen in der Stadt. Kruse: „Das Angebot ist, qualitative betrachtet, gut.“ Dass sich die Verkaufsfläche seit 2010 von 1,75 auf 1,54 Quadratmeter pro Kopf verringert hat, hat rein statistische Ursachen. Der Holzmarkt Wissing am Bahnhof mit 4000 Quadratmetern fiel aus der Berechnung heraus.

Wichtig für den Einzelhandelsexperten ist, dass es im Bereich der Lebensmittelmärkte mit sechs Discountern und sechs Vollsortimentern ein gutes Angebot gibt: „Das sind Magnetbetriebe.“

Für die Zukunft komme es darauf an, dass die Stadt „sich als Einheit verstehen muss“: „Das findet in den Köpfen statt.“

Wo das verkehrstechnisch und optisch nicht funktioniert, ist die Verbindung von Marktstraße und Alter Münsterstraße. Letztere nennt Kruse einen „Appendix“. Der müsse kundenfreundlicher eingebunden werden.

Für Grevens Stadtplaner Matthias Herding ist das demnächst Thema, wenn es um das städtische Mobilitätskonzept geht: „Diese Verbindung wird ein wesentliches Element sein.“

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