Finanzamt Ibbenbüren verbucht neuen Rekord
Fast die Milliarden-Marke geknackt

Greven -

Das Finanzamt Ibbenbüren, bei dem die braven Grevener Bürger und die Unternehmen ihre Steuern abliefern, verbucht einen neuen Rekord. Mit 985,2 Millionen Euro Steuereinnahmen schrammte das Amt nur ganz knapp an der Eine-Milliarden-Schallmauer vorbei.

Donnerstag, 25.01.2018, 11:46 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 11:50 Uhr

Ein kleines bisschen scheint sich Michael Spielmann schon zu ärgern, weil die Steinfurter Kollegen die Milliardenmarke geknackt haben. Da es aber nicht um einen sportlichen Wettbewerb geht, bleibt der Leiter des Finanzamtes Ibbenbüren, das auch für Greven zuständig ist, ganz gelassen. Das kann er auch. Denn mit 985,2 Millionen Euro hat seine Behörde vergangenes Jahr einen neuen Rekord bei den Steuereinnahmen erzielt.

Gegenüber 2016 entspricht das einem Zuwachs von rund 10,7 Prozent. Das ist überdurchschnittlich viel, denn im Bereich der gesamten Oberfinanzdirektion Münster gab es „nur“ einen Zuwachs von 5,5 Prozent.

Für das aus Sicht des Staates gute Ergebnis hat nicht zuletzt die Umsatzsteuer gesorgt. Die Einnahmen daraus sind geradezu explodiert. 366,5 Millionen Euro hat das Finanzamt Ibbenbüren eingenommen, gut 27 Prozent mehr als im Jahr davor.

„Das ist ganz offensichtlich eine Folge der wirtschaftlichen Entwicklung“, meint Spielmann. „Unsere mittelständischen Unternehmen produzieren wie der Teufel.“ Die Region habe eine der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquoten, was neben den Investitionen wohl auch den Konsum angekurbelt hat. Für das sprunghafte Wachstum der Umsatzsteuer seien außerdem Einzeleffekte ursächlich, zu denen der Vorsteher des Finanzamtes wegen des Steuergeheimnisses aber nichts sagen darf.

Die Umsatzsteuereinnahmen waren vergangenes Jahr sogar höher als die aus der Lohnsteuer, die die Arbeitgeber direkt ans Finanzamt abführen. Hier kassierte das Ibbenbürener Finanzamt 342,5 Millionen Euro, 3,7 Prozent mehr als 2016.

Die Steigerung bei der Einkommensteuer war mit 4,2 Prozent zwar noch etwas größer, allerdings blieb das Aufkommen mit 142,4 Millionen Euro deutlich dahinter zurück.

Die Einkommensteuer berechnet sich im Wesentlichen aus dem Ergebnis der Rückerstattungen und Nachzahlungen im Zuge der Einkommensteuererklärungen, die die meisten Arbeitnehmer vornehmen müssen. Steuern nachzahlen müssen nicht selten Ehepartner mit unterschiedlichen Steuerklassen – vor allem III und V – oder infolge von weiteren Einkünften beispielsweise aus Vermietung und Verpachtung.

Kapitalgesellschaften wie eine GmbH zahlen dagegen Körperschaftssteuern. Mit 43,8 Millionen Euro entsprach das Ergebnis dem des Vorjahres.

Um knapp 70 Prozent eingebrochen sind die vereinnahmten Beträge der einbehaltenen Steuer auf Kapitalerträge. „Das erklärt sich von selbst“, meint Spielmann mit Hinweis auf das Zinsniveau. Lediglich 800 000 Euro konnte das Finanzamt in Ibbenbüren aus dieser Einnahmequelle verbuchen.

Die Kfz-Steuer ist bereits seit Februar 2014 von den Fahrzeughaltern an die Zollverwaltung, also den Bund, zu zahlen. Wäre das nicht so, hätten Michael Spielmann und sein Finanzamt die Milliardenmarke sicher geknackt.

Aber was nicht ist, kann dieses Jahr ja noch werden. Schließlich brummt der Konjunktur-Motor weiter auf vollen Touren.

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