100. Geburtstag Gertrud Bator
Ein bewegtes Jahrhundert

Reckenfeld -

Dass in Reckenfeld jemanden zum 100. Geburtstag gratuliert werden kann, kommt nicht so oft vor. Aktuell gibt es zehn Hundertjährige in Greven, eine davon ist Gertrud Bator, die jetzt im Matthias-Claudius-Haus gemeinsam mit Familienangehörigen dieses besondere Fest feiern konnte.

Donnerstag, 25.01.2018, 16:00 Uhr
Gertrud Bator feierte im Kreise ihrer Familie ihren 100. Geburtstag.
Gertrud Bator feierte im Kreise ihrer Familie ihren 100. Geburtstag. Foto: Rosemarie Bechtel

Doch bevor mit der Familie gefeiert wurde, gab es erst einmal Sekt und viele Glück-wünsche von Mitbewohnern, Heimbeirat- und Lei-tung sowie Mitarbeitern.

„Gott hat mich wohl vergessen“, sagte Gertrud Bator schon mal. Doch: „Er hat sie nicht vergessen, wir sollen uns ein Beispiel an Ihr nehmen“, sagt Rosemarie Tümmers, auf deren Station die Jubilarin lebt.

Vor 100 Jahren wurde Gertrud Bator als drittjüngstes von neun Geschwistern geboren. Die Familie lebte auf einem Bauernhof in Plötzig, Westpreußen.

Es wurde geschlachtet, geräuchert und die Schafwolle selbst verarbeitet. Angebaut wurde alles, was man zum Leben brauchte und der Rest, der nicht für den Eigenbedarf benötigt wurde, wurde auf dem Markt verkauft.

Wie es damals üblich war, mussten die Kinder in Haus und Hof und auf dem Feld mitarbeiten. Mit Ausnahme des Sonntags, der war für den sehr religiösen Vater heilig. Da durfte nur das Nötigste erledigt werden.

Konnte die Familie aus irgend einem Grund an einem Sonntag nicht die Kirche besuchen, wurde von zehn bis elf Uhr eine Bibelstunde zu Hause abgehalten.

Die Jubilarin lernte den Beruf der Schneiderin und als die Familie 1945, ein Jahr nachdem der Vater verstorben war und die älteren Geschwister ausgezogen waren, vom Hof vertrieben wurde, zog sie Familie nach Fürstenau, wo Gertud Bator mit ihrer Mutter als Flüchtling auf einem Bauernhof lebte. Die Bauersfrau war nett und es ging ihnen dort gut. Bis heute hält der Kontakt dorthin an.

1952 wurde geheiratet, gemeinsam ein Haus ein Haus gebaut. Gerne wäre Gertrud Bator gereist, doch erst fehlte das Geld und später wurde ihr Ehemann krank.

17 Jahre pflegte sie ihn, bis er verstarb. Viele Jahre lebte die Jubilarin selbstständig Zuhause, bis sie vor 21 Jahren gesundheitliche Ein-schränkungen zu spüren bekam. Sie ist eine bescheidene Bewohnerin, die sich gerne an wenige, aber vertraute Mitbewohner anschließt und gerne am neuen Kamin in der Cafeteria anzutreffen ist.

Für die Stadt Greven gratulierte Ruth Zurheide mit dem Wunsch, auch im kommenden Jahr wieder gratulieren zu dürfen.

Vom Landrat und Bundespräsidenten kamen weitere Glückwünsche per Post ins Haus.

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