Grünes Licht
Vereine forcieren Integration

Greven -

Grünes Licht für ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Integration von Geflüchteten gab am Donnerstagabend der Sozialausschuss. Die Kommunalpolitiker verabschiedeten dort (übrigens einstimmig) das „Integrationskonzept der Stadt Greven – Teilkonzept Alltagsleben“.

Samstag, 17.02.2018, 11:51 Uhr aktualisiert: 17.02.2018, 12:10 Uhr
Zahlreiche Sportangebote – hier ein Beispiel aus Reckenfeld – und weitere feste Termine von Vereinen und anderen Trägern sollen die sozialen Kontakte fördern.
Zahlreiche Sportangebote – hier ein Beispiel aus Reckenfeld – und weitere feste Termine von Vereinen und anderen Trägern sollen die sozialen Kontakte fördern. Foto: Oliver Hengst

Was sich hinter dem Wortungetüm verbirgt: Viele in der Regel schon erprobte oder inzwischen etablierte Ansätze, um Menschen, die geflüchtet sind und nun in Greven leben, in den Alltag, ins Stadtleben zu integrieren. Claudia Niemeyer vom städtischen „Koordinationsteam Integration“ stellte das Konzept vor. Ihre positive Botschaft: Viele Vereine und Träger von Freizeit- und Engagementangeboten hätten ihr Integrationspotenzial erkannt und bemühten sich um ein inklusives Vereinsleben. Angebote, die daraus erwachsen sind, sind unter anderem Schwimmkurse für Frauen (Bildungs- und Gesundheitszentrum), Sportangebote (unter anderem SCR, TVE sowie Parea mit Greven 09), ein Nähtreff (Caritas) oder Begegnungs-Cafés (Flüchtlingshilfe und Kirchen) – die Liste ließe sich noch erfreulich lange fortsetzen.

Also alles prima? Nicht ganz. Es gebe schon noch einiges zu tun, wie Niemeyer betonte. Beispiel: medizinische Versorgung. Das gut ausgebaute medizinische Regelsystem werde von Neuzugewanderten (noch) nicht erschöpfend genutzt, da unter anderem die Unkenntnis über Angebote, Sprachbarrieren oder kulturell bedingte Vorbehalte den Zugang erschweren. Die Behandlung von Traumatisierungen stoße zudem auf begrenzte therapeutische Behandlungskapazitäten.

Auch das Thema Schuldenfall treibt die Stadt und ihre Kooperationspartner um. Die Integration in den konsumorientierten Alltag setze Grundlagenwissen zum deutschen Rechtssystem, zum Verbraucherschutz und zum Umgang mit Geld voraus – der Bedarf sei unter anderem an Verschuldungsfällen ablesbar, die sich aus nicht kalkulierten Vertragspflichten – etwa bei Handy- oder Onlinekäufen – ergeben. Hier gab es Kontakt zur Schuldnerberatung und anderen Hilfseinrichtungen, die ihre Beratungsleistung auch Geflüchteten zur Verfügung stellen.

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