Kommentar zur Suspendierung des Grevener Feuerwehrchefs
Schwieriger Fall

Greven -

Die Suspendierung eines Beamten ist die schwerste Disziplinarmaßnahme, die ein öffentlicher Arbeitgeber verfügen kann. Der Fall des Grevener Feuerwehrchefs ist also durchaus brisant. Die Schuldfrage ist deswegen aber noch lange nicht geklärt.

Dienstag, 20.02.2018, 06:34 Uhr aktualisiert: 20.02.2018, 06:40 Uhr

Es geht im Fall des Grevener Feuerwehrchefs um Vorwürfe, die zu einer Entlassung aus dem Beamtenverhältnis führen können. Aber: Die jetzt vorgenommene Suspendierung ist eine „vorläufige Dienstenthebung“ – sie ist noch kein Schuldspruch.

Der Dienstherr kann Beamte nämlich auch dann suspendieren, wenn es einen Verdacht gibt, aber für eine Beweiserhebung noch keine Zeit war.

Dies ist offenbar bei der Grevener Feuerwehr der Fall, denn die Staatsanwaltschaft ermittelt zwar gegen ihren Chef. Aber diese Ermittlungen sind nicht abgeschlossen.

Worum es geht, teilen weder Staatsanwalt noch Stadt mit. Das ist richtig so, denn am Ende geht es um Menschen und ihre Familien. Und solange kein Ergebnis vorliegt, gilt: In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten.

Dass zwischen dem Feuerwehrchef und Bürgermeister Peter Vennemeyer verwandtschaftliche Bande bestehen, macht die Sache komplizierter. Die Verwaltungsspitze muss klar machen, dass hier sauber gespielt wird. Klarheit sollte auch für die Öffentlichkeit rasch geschaffen werden.

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