Zahl der Geflüchteten geht zurück
Entspannung in den Unterkünften

Greven/Reckenfeld -

Die Zahl der in Greven lebenden Flüchtlinge geht deutlich zurück. Jedoch soll zunächst keine der großen Unterkünfte aufgegeben werden. Sowohl die Unterkunft Wentruper Mark als auch die Hauptschule Reckenfeld werden weiter benötigt. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses deutlich.

Dienstag, 20.02.2018, 19:24 Uhr aktualisiert: 20.02.2018, 19:30 Uhr
Ein Teil der Hauptschule Reckenfeld wird seit 2015 als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt. In Spitzenzeiten waren darin bis zu 160 Menschen untergebracht, aktuell nur noch 57.
Ein Teil der Hauptschule Reckenfeld wird seit 2015 als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt. In Spitzenzeiten waren darin bis zu 160 Menschen untergebracht, aktuell nur noch 57. Foto: oh

Dort legte die Stadt aktuelle Zahlen vor. Demnach leben aktuell 381 geflüchtete Menschen in städtischen Unterkünften. Es waren zu Spitzenzeiten (2016) mal rund 800. Bis Juni 2017 hatte sich diese Zahl etwa halbiert – Tendenz weiter leicht sinkend, wie die aktuellen Daten zeigen. „Daran können sie sehen, dass immer mehr Bewohner eigene Wohnungen finden und unsere Unterkünfte verlassen“, sagte Verena Schnalle, Leiterin des städtischen Fachdienstes Arbeit und Soziales. In den Unterkünften sei es daher „im Moment relativ ruhig“. Natürlich habe man weiter „Alltagsprobleme“ zu meistern, „aber das stellt kein Problem für uns dar.“ Man nutze die recht geringe Belegungsdichte auch, um Objekte zu sanieren.

Zu den größten Unterkünften zählen die Einrichtung Wentruper Mark, wo derzeit rund 100 Menschen leben (Kapazität; rund 200) sowie die eigens umgebaut Hauptschule Reckenfeld, wo aktuell 57 Geflüchtete untergebracht sind.

Sozialausschussmitglied Karl-Heinz Wiltfang (Grüne) erkundigte sich, ob es eventuelle eine aus seiner Sicht „frohe Botschaft“ zu verkünden gebe, sprich: Ob sich die Lage eventuell so entspannt habe, dass man die Hauptschule als Standort eventuell aufgeben könne. „Es ist nicht angedacht, dass wir die Hauptschule in Reckenfeld zu irgendeinem Zeitpunkt leerziehen“, antwortete Verena Schnalle. „Wenn Sie das meinen, kann ich Ihnen keine frohe Botschaft verkünden“, sagte sie zu Wiltfang.

Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin im Rathaus, betonte allerdings: „Diese Botschaft ist schon froh. Denn dort haben mal 160 Menschen gewohnt.“ Dagegen sei die aktuelle Situation als „entspanntes Wohnen“ zu werten. Das Gebäude sei „gut geeignet, um dort untergebracht zu sein“.

Wie Schnalle betonte, gelte ähnliches für die Wentruper Mark. Auch dort gebe es eine „sehr großzügige Belegung“, die Wohnanlage sei für wesentlich mehr Menschen ausgelegt. „Auch das ist ein langfristiges Objekt, das eben auch langfristig genutzt werden soll.“

Und das aus gutem Grund: Denn die so genannte Erfüllungsquote der Stadt Greven liegt derzeit bei „nur“ 87,5 Prozent. „Das heißt: Wir rechnen spätestens in der zweiten Jahreshälfte damit, dass wieder neue Asylbewerber hier nach Greven kommen.“ Aktuell seien jedoch erstmal andere Kommunen mit niedriger Erfüllungsquote gefordert.

Der Bedarf und die tatsächliche Zahl der vorhandenen Plätze werden vierteljährlich miteinander abgeglichen. Kleinere Unterkünfte würden aufgegeben. „Wir müssen immer auch ein bisschen Puffer haben“, sagte Beate Tenhaken.

107 Menschen, die (noch) in städtischen Unterkünften leben, suchen eine eigene Wohnung. Gebraucht würden dafür 60 Wohnungen. „Insbesondere die alleinreisenden Männer sind sehr schwer vermittelbar“, sagte Claudia Niemeyer vom städtischen Team Integration. Hier gebe es offenbar Vorbehalte bei potenziellen Vermietern.  

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