Knöllchen für Blutspende-Wagen
„Blöd, aber absolut in Ordnung“

Greven -

Es geht um 10 Euro und um die Botschaft: Hier sind die Regeln für alle gleich.

Mittwoch, 21.02.2018, 10:24 Uhr aktualisiert: 21.02.2018, 17:55 Uhr
Parken, wo es nicht erlaubt ist, hat mitunter Konsequenzen. Im Rahmen eines Blutspendetermins erhielt ein Rotkreuz-Fahrzeug ein Knöllchen.
Parken, wo es nicht erlaubt ist, hat mitunter Konsequenzen. Im Rahmen eines Blutspendetermins erhielt ein Rotkreuz-Fahrzeug ein Knöllchen. Foto: Oliver Hengst

Ein Knöllchen mit der Aufforderung, eben diese 10 Euro zu zahlen, fand am Montag der Fahrer eines DRK-Fahrzeuges an seinem Wagen, der es im Rahmen eines Blutspendetermins im CMS-Stift vor dem Gebäude abgestellt war. „Ein absolutes Unding. Das geht gar nicht“, empört sich ein Leser, der als Blutspender zufällig Zeuge jener Szene wurde.

Claudia Müller, Pressereferentin beim DRK-Blutspendedienst mit Sitz in Münster bestätigt den Vorfall. Für sie sei die Verwarnung „natürlich blöd, aber absolut in Ordnung.“ Es passiere immer mal wieder, dass Fahrer von Rot-Kreuz-Einsatzfahrzeugen wegen Tempo- oder Parkverstößen verwarnt würden. Was auch okay sei, denn auch für die Fahrer „gelten alle Regeln“. Nur weil sie für die gute Sache unterwegs seien, hätten sie natürlich keinen Freibrief. Wenn der städtische Mitarbeiter in dieser Situation ein Auge zugedrückt hätte, wäre das „natürlich schön gewesen. Aber wir haben keinen Anspruch darauf“, sagt Müller.

Das bestätigt auch Wolfgang Jung, Pressesprecher der Stadt. Fotos belegten eindeutig, dass der Lkw den Zugang zum Pflegeheim versperrt habe. Es habe also sehr gute Gründe gegeben, tätig zu werden. Gute Sache hin oder her.

Der städtische Mitarbeiter habe sogar das Gespräch mit dem Fahrer gesucht, und vereinbart: Während der Wagen für den Blutspendetermin entladen wird, werde er nicht tätig. Doch danach müsse umgeparkt werden – was jedoch nicht geschehen sei. Als der Stadt-Mitarbeiter einige Zeit später noch mal zum CMS-Stift zurückgekehrt sei, habe der (entladene) Lkw entgegen der Absprache immer noch dort geparkt. Daraufhin habe er das Knöllchen ausgestellt.

Der Lkw sei schließlich, nach weiteren Gesprächen über Parkalternativen, endlich umgeparkt worden, aber da sei die Verwarnung schon ausgesprochen worden.

Der städtische Fachdienst Recht habe inzwischen mit dem Pflegeheim klären können, dass dieser Lkw keine besondere Gefahr darstelle, man habe immer „ein Auge auf ihn.“ Folge: „Das Knöllchen wird nicht zugestellt“, sagt Jung. Das Rote Kreuz muss also nicht zahlen. „Einen gewissen Ermessensspielraum gibt es in dieser Angelegenheit.“ In „Anbetracht der Umstände“ werde man die Zahlungsaufforderung nicht verschicken.

Dass abends und sogar sonntags kontrolliert wird, ist laut Jung übrigens durchaus üblich. „Es wird grundsätzlich auch sonntags kontrolliert, insbesondere wenn Veranstaltungen stattfinden.“ Beispiel: die Baumesse am Wochenende oder Sportveranstaltungen. Oft würden dann Gehwege zugeparkt. „Die Mitarbeiter haben ihre Erfahrungen und wissen, wo es eng und gefährlich wird.“

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