Do., 08.03.2018

Helma Freese bietet neue Dorfführung an Engel für Schmedehausen

Helma Freese erläutert die Bedeutung der Kirche in Schmedehausen und dabei das Denkmal der Namensgeber „Zum Heiligen Schutzengel.“

Helma Freese erläutert die Bedeutung der Kirche in Schmedehausen und dabei das Denkmal der Namensgeber „Zum Heiligen Schutzengel.“ Foto: Vera Brüssow

Schmedehausen - 

Helma Freese bietet eine neue „Stadt“-Führung an. Sie stellt die Besonderheiten des Grevener Stadtteils Schmedehausen vor.

Von Vera Brüssow

Eine 2000, die auf dem Kopf steht. Könnte aber auch eine gespiegelte 5000 sein. Helma Freese kennt die Antwort: „Das ist die Zahl 2000. Sie steht für den Feierabendstein.“ Der Ziegelstein, in den eine 2000 eingedrückt wurde, kennzeichnet den letzten gebrannten Stein vor dem Feierabend eines Maurers.

Zu sehen ist er an der Kirche in Schmedehausen. Die Kirche zu den Heiligen Schutzengeln hat eine besondere Geschichte. In der neuen Ortsführung „Kirche Schmedehausen“ stellt Helma Freese die Besonderheiten des Gotteshauses vor.

Sie selbst lebt 30 Jahre in Schmedehausen. Bei der Einfahrt in den Ortskern fällt der Blick auf den großen Maibaum. Er steht zwischen alten Eichen. Er demonstriert, was in Schmedehausen los ist.

Eine Menge: sechs Wappen kennzeichnen die aktiven Gruppen im Dorf. Dazu gehören beispielsweise der Schützenverein oder der Kirchenchor. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Daneben ein Stein, der das 1000. Jubiläum kennzeichnet. Von dort aus sind es nur wenige Schritte zur Kirche.

„Schmedehausen Domhof“ heißt die Straße, die links und rechts der Kirche liegt. „Die Bewohner nannte man früher Domhöfer“, erklärt Freese. Und diese Domhöfer wollten Mitte 1800 ihre eigene Kirche haben, um den beschwerlichen Weg zu einer anderen Kirche mit Pferdekutschen zu vermeiden. Die Grundsteinlegung erfolgte 1860, den Turm baute man allerdings erst 1910.

Drei Fenster mit Betonschlitzen – oben am Turm sind die vier Kirchenglocken besonders deutlich zu hören. Das Besondere an dieser Kirche: Sie hat immer geöffnet. Ein Schild erklärt, warum. „Jakobspilgerweg“ steht darauf. Im vorderen Bereich der Kirche, der Taufkapelle, liegt ein Stempelkissen samt Stempel aus. Freese drückt den Stempel in die blaue Farbe und den runden Stempel auf ein Stück Papier. Normalerweise stempeln Wanderer hier ihre Stempelkarte für den Jakobsweg. Der Stempel zeigt die Heiligen Schutzengel, das Wahrzeichen der Kirche.

Dechant Scholz wollte den Schutzengeln 1954 ein Denkmal schaffen und ließ eine große Figur bauen. Diese Figur zeigt einen Engel, der eine Familie mit seinen Flügeln schützt. Eine echte Bauernfamilie stand in der 1950-ern Modell.

Heute steht dieses Denkmal außen auf der linken Seite der Kirche. Bevor in den 1960er-Jahren einiges an der Kirche verändert wurde, stand dieses Denkmal am Altar der Kirche. Doch durch das zweite vatikanische Konzil mussten auch ein Seitenaltar, ein Kirchenfenster und der Einschub für die Heizung weichen. Die Sakristei wurde neu gebaut. Lachsfarben erstrahlt sie hinter dem Denkmal der Schutzengel. „Die Schutzengelgruppe hat einen würdevollen Stand“, sagt Freese. Sie hat Recht. Sonne fällt auf die Schutzengel und lässt sie glitzern.



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